Wir müssten…



Wir müssten mal an fernen Stränden ficken
und große Schiffe zählen, in den Dünen
ein Mittag kochen, den Theaterbühnen
der engen Städte ledig, Karten schicken,

auf die wir einfach: „Alles bestens!“ schreiben.
Ich würde uns aus Strandgut etwas bauen,
durch das wir müde nach den Sternen schauen
[falls wir je müde werden]. Wellentreiben

und Wind, in dem die Möwen schreiend wehen –
das ist Musik und reicht für ein paar Wochen.
Ist lange her, dass wir uns wirklich küssten:

Wir saßen auf der Couch, mit nackten Zehen,
und ich hab wiedermal davon gesprochen,
dass alles anders wird… und dass wir müssten…


Posted: 13. Januar 2010
Categories: Lyrik
Comments: 2 Kommentare.

Kommentare:
Kommentar von karoline - 22. Januar 2010 um 23:06

Manchmal müsste man der Luftschlösser Flüchtigkeiten geradewegs über sich schleichen lassen… Der Reim von Präteritum auf Konjunktiv bedient die Vorliebe des Lesers zu eben dem.

Kommentar von Bjoern - 24. Januar 2010 um 13:20

Sehr schöne Träumerei. Obwohl: auf der Couch mit nackten Zehen klingt auch nicht wirklich schlecht …