News for Oktober 2009

Anblick…

In solche Augen möcht ich manchmal schauen:
die irgendetwas wissen und nicht flunkern,
die eine große Sehnsucht in sich bunkern
und die so schön sind wie ein Morgengrauen.

Ich möchte ihren Blick mit Rausch betrachten,
vielleicht, dass sie sich an mir kurz erschrecken,
und möchte dann dies sanfte Glitzern schmecken,
wenn sie sich in Beruhigung umnachten.

Posted: Oktober 28th, 2009
Categories: Lyrik
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Wortwechsel…

Kann sein, es wird um vieles heller werden,
wenn wir uns treffen und uns mal berühren,
statt uns zu diesen Worten zu verführen,
die wie der Herbst sind und die Ungebärden

all unsres Handelns wärmend überwehen.
Es müsste ringsum still sein, Blick ins Weite.
Wie wär es, wenn ich grünen Tee bereite?
Wär dies schon Grund genug, um durchzudrehen?

Du hebst nur eine deiner Augenbrauen…
und weißt von Dingen, die, wie hingegossen,
doch unsichtbar, vor uns im Staub zertreiben.

Ich wollte allzu oft nach ihnen schauen.
Allein: mich hält die kleine Furcht umschlossen,
dass uns nichts weiter zusteht, als zu schreiben.

Posted: Oktober 27th, 2009
Categories: Lyrik
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Besuch…

Ich denke viel an früher und die Andern.
(An jedem Wegrand hängt ein Stück Geschichte.)
Und glaube oft, ich könnte niemals wandern,
weil ich damit Gewesenes vernichte.

Dann überkommt mich irgend so ein Drängen:
Vielleicht, dass in uns all das überdauert,
dass in den windumspielten Laubengängen
noch immer unser Licht im Nebel kauert

und dass uns etwas Größeres verbindet.
Kann sein, wir müssten heute herzlich lachen.
Doch würd ich alles, was sich wiederfindet,
noch einmal machen…

Posted: Oktober 26th, 2009
Categories: Lyrik
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Kontoauszug…

Den Kopf, den wir uns machen, wird’s nicht kosten.
Verrückte Welt. Wer käme darin klar?
Das kleine Glück steht stets auf morschen Pfosten:
Unsicherheiten an Besitz Tartare -
mit rotem, schwerem Wein dazu. Zum Spülen.

Mein Blick schweift über Dächer, und die Hand
zerknüllt, nebst Herbstlaubfarbenfrohgefühlen,
den Wunsch nach Ostseestrand…

Posted: Oktober 23rd, 2009
Categories: Lyrik
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Wahn…

Von Ferne her rührt irgendwas an mir.
Es schmeckt heroisch wie ein junger Rausch
an schönen Lippen. Außermirgespür,
dem ich, mir wie ein Schatten folgend, lausch.

Woher nur all die plötzlichen Idyllen,
der Schwindel und das glückverlorne Wanken,
voll sanfter Depression an reinen Stillen,
woher der Zug unwirklicher Gedanken? – -

Ein schwarzes Leuchten? Welch ein Überlicht!
Die Gasse bietet kaum genügend Raum.
Ein kalter Wind weht über mein Gesicht.
Was hält mich aufrecht? Tollheit! Fiebertraum!

Wie es mich packt, dies hoffnungsvolle Drängen!
Kaum dass ich laufe. Alles ist ein Schweben.
Die Nacht ist wie aus Haar. Voll Geigenklängen.
Die Fassaden beben…

Posted: Oktober 22nd, 2009
Categories: Lyrik
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“Azure”…

Der Nachmittag und dieser satte Bass!!!…
Vorm Fenster malt der Herbst sein Grau-in-grau.
Kapuze, grüner Tee und irgendwas,
das Ordnung hält. Ich wipp im Takt und schau

in ein von Beats verschwomm‘nes, dickes Nichts.
Was ist noch Welt? Was Traum? Was ist noch Gott?
Dreh, Schönste, lauter, und dann – des Gewichts,
des Überschwangs bewusst – dreh durch! Der Spott

des Durchschnitts brächte mich sonst sicher um.
Siehst du den Horizont? Er hört nie auf.
Egal, wie weit man läuft… – - Ja,… sei es drum:
Ich nehm‘s, weil wir es sind, in Kauf.

Posted: Oktober 13th, 2009
Categories: Lyrik
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Schlaflos…

Ist es dies leise Flüstern in den Gassen,
dass ich nicht mehr zur Ruhe kommen will?
Die Bilder ferner Dörfer stehen still,
doch können sich partout nicht greifen lassen.

Ich höre Kindersingen, höre Wälder dröhnen.
Ich kenne diese Lieder nur zu gut.
Ich wüsste einzustimmen. Auf der Hut,
von all der Schönheit nichts zu übertönen.

Und du? Was hörst du in den ganzen Nächten?
Und wenn du schläfst, träumst du dann auch von Flüssen
und Bergen und von Tieren und Basaren?

Wahrscheinlich nicht. Ich frag nur nach dem Rechten.
Gewiss ist, dass wir alle etwas müssen -
und bleiben sollten, wie wir immer waren.

Sonett #58…

Die Nacht und eure kleine, alte Stadt.
Was von mir übrig ist, ist noch zu viel.
Ich wusste nie, was mir an euch gefiel.
Wie wenig hat man, wenn man alles hat.

Die Spiele und das ganze Drumherum.
Man müsste aufstehn und nach Hause gehn.
Ganz einfach so. Auf Nimmerwiedersehn.
Wo aber ist zu Hause? fragt man stumm.

So irr ich durch die Zwischenmenschlichkeit.
Und sauf mich dichtend um mein dummes Herz.
Bestimmt ist irgendwo ein Land in Sicht.

Doch man wird blind und blinder mit der Zeit. – -
Jetzt will der Reim -wie platt- den Vers mit “Schmerz“…
Ich weiger mich – und schweige im Verzicht.