Der Tag verweht in herbstlich-buntem Schweigen.
Durch flacher Balustraden Gleichmaß loht
der Abend wie ein Flammenzungenreigen
in schmale Augen. Nur mit Müh und Not
erwehrt sich die Betrachtung eines bangen
Gefühls aus dumpfer Sehnsucht nach daheim.
Ein kalter Wind erfrischt die heißen Wangen
und über Mauern, die mit wildem Wein
bedeckt sind, lispeln dürre Birkenzweige…
Ich sauge einen letzten tiefen Zug
von meiner Zigarette und verneige
mich vor des schönen Augenblicks Betrug.
Posted: September 27th, 2009
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Hirn, Liebe und Alltäglichkeiten.
Und drüber: Schmuck. Und drunter: Nichts.
In Rosabrillenalbernheiten
reicht schon ein tägliches Gewichts-
verteilen auf gepflegten Flächen…
Oh herrlich sanftes Radebrechen.
Natürlich darf man etwas hoffen.
Von der Tapete bis zur Wand
ist ja noch Platz. Und ganz betroffen
geschaut ist nachher schnell. Die Hand
aufs Herz – nein, doch ein Stückchen tiefer…
Ein Brett vorm Kopf reißt keine Schiefer.
Galant entgleiten so Idyllen.
Bestimmt ist morgen alles gut.
Das weiß man besser. Ganz im Stillen
schnappt endlich einer Stock und Hut
und hänschenkleint -kurz ist das Glück-
zu sich zurück.
Posted: September 24th, 2009
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Verfall! Die Bäume haben keine Lust mehr.
Wie alles welkt. Man müsste traurig sein.
Befindlichkeiten ziehn die satte Brust leer:
Komm, Herbst, herein…
du Strolch. Wie jedes Jahr den gleichen Scheiß und
vom Vanitasgeplänkel und dem wein-
laubwildernden Blattfarbenherzzerreißschund – - ?
Komm, Herbst, herein…
und setz mir Obst ins Hirn, in dem ein Wurm haust.
Ich weiß, wie du mich liebst: Ich blieb allein,
damit durch dieses Nichts dein froher Sturm braust.
Komm, Herbst, herein…
Posted: September 22nd, 2009
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Schicksalspoesie… gefunden auf einem Parkplatz – auf Versbreite gerissener Zettel, handschriftlich, Verfasser unbekannt…
Ganz altbekannt taumelt sie – mal wieder.
Beim endlosen Flug durch Wortrauschtiefe.
Erlechzt vertraut-fremd Gedankliches ob
elendlich naiver Schicksalswünsche,
mit vermeintlichem Wohlklang zum Schmucke.
Entrückt -diffus- jeder Realität.
Fühlt, vergaß sich unlängst er es verstand.
Blank von vernünftiger Natur; gebor-
gen in leiser Unwahrheit und Flüchten
verursacht ihr Theater nur Schmerzen.
Posted: September 17th, 2009
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Landläufig liegt die Welt in tiefem Gähnen.
Oh überschaubar satte Herrlichkeit,
voll reflexiver Illusion an weit
herbeigezerrtem Nach-sich-selber-Sehnen.
Entrückt zernagtes Ich voll Lichtkaskaden:
Erregungsmanifeste Eklatanz!
Gott rührt am Hirn sowohl, als auch am Schwanz
mit blattgoldüberzognen Wörterschwaden.
Wohin mit all den lästigen Gebräuchen?
Nichtsahnend trudeln wir durch‘s Überall.
Dann aber -plötzlich- lauern uns Reprisen.
Wie nimmt das wunder, dieses feiste Scheuchen…
Doch in Ermangelung (welch Sonderfall)
zerlassen wir den Tag auf grünen Wiesen.
Posted: September 14th, 2009
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Von überall weht Herbst heran.
Und Wolken schäumen in Aspik.
Ein Nebelschleiern, dann und wann.
Von überall weht Herbst heran.
Die Welt legt sich in einen Bann.
Wenn ich durch seine Morgen flieg,
weht überall der Herbst mich an.
Und Wolken schäumen in Aspik.
Schlurfschritt. Kapuze. Hände in den Taschen.
Und immer einen Reim. Seit vielen Lenzen.
Stets kategorisch hart am Schaum, im raschen
Irrwechselgang versteckter Eloquenzen.
Muss ja nicht jeder wissen, was ich treibe.
Die Schnäppchenjäger sonder Feingeistsinn -
was wissen die von meiner innren Bleibe,
die mich zu dem macht, der ich wirklich bin!
Was wissen die von Wellen und Musik,
Dreifaltigkeitsmomenten und gelebten
Unsäglichkeiten und von den aspik-
nen Nächten, die entseelt vor Liebe bebten?
Hausmauerschattenschleichgang. Auf der Suche
nach irgendwas, das lohnt, es aufzuschreiben.
Ein kühles Bier, der Ignoranz zum Fluche?
Na immer doch! Und auf das Dichtertreiben!!!
Biergarten. Ha! Schenk ein, Frau Wirtin! Heute
hockt dir der Letzte, Frohste stumm bei Tisch
und schreibt im Beisein wohlstandsstarrer Leute
sein Manifest vorm Hinterhofgebüsch.
Schenk ein, Frau Wirtin! Alles dreht im Kreis.
Wo ist mein Windspiel? Wo mein Mittelfinger?
Wie viele Küsse küsste ich um welchen Preis?
Schenk ein, Frau Wirtin! Auf das Reimgeschlinger.
Gradwanderung an Haschischzigaretten.
Wohin das Auge blickt, ist Stadtgewimmel.
Von grauen, unverzierten Häuserglätten
tropf Nacht und Rausch und kalter Sternenhimmel.
Handindentaschenheimweg. Wie wir kommen,
so gehn wir wieder. Altes, altes Spiel.
Was zählt, ist, was man für sich mitgenommen… – -
Dies Gleichzuhausesein ist auch kein Ziel.
Noch eine kleine Runde in den Park?
Zum großem Welken? Und den flachen Teichen?
Der Herbst geht einem ganz durch Mark
und Bein - welch metaphysisches Vergleichen…
Posted: September 9th, 2009
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Gib Acht! Die Zeit wettläuft mit allem, was
man so vom Leben will und geht fürbass.
Zwar wehrt man sich durchaus. Allein: die Macht
der Zeit ist grenzenlos und wie die Nacht
hüllt sie das Schöne ein. Man bittet: Lass
mir noch ein Stündchen meines ganz unfass-
bar schönen Glücks… – doch sie bekundet krass,
dass alles zeitlich ist, indes sie lacht…
Gib Acht!
Drum, wenn du etwas Gutes siehst, dann fass
nur tüchtig zu! Und frag nicht groß. Denn das
kost zu viel Zeit. Grad wenn du dir betracht-
ungshalber denkst: Die Uhr tickt sacht… -
dann – wenn du mich fragst – täuschst du dich en mass.
Gib Acht!
Posted: September 8th, 2009
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Beizeiten, wie immer, auf Vollmast geflaggt.
Und da es zur Fahne nicht reicht,
ein Bettlakenwindspiel, so launisch wie nackt.
Gedöns! Und das unglaublich seicht.
Fanfaren bei Leitsternen. Irrlichterein.
Beschaulich dräut Sätte. Der Klang
des Ewigen rasselt vom Hundbuckelschein
bis Gutmenschgebaren entlang.
Vereinzelte Fälle von Selbstsucht mit Sinn
und Reden, die tolldreist verglühn.
Mit hängenden Zeigern fließt Zeitgeist dahin.
Wer hat, braucht sich nicht zu bemühn.
Doktrinen und gleichsam gebeutelter Terz.
Oft spricht was von Liebe. Und lacht.
In Elfenbeintürmen das liebliche Herz…
und Holzkopfgedanken bei Nacht.
Posted: September 1st, 2009
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