Dachbodenkammer. Kolonialstilbett.
Und Flatterbauchraumschmetterlinge pur.
Was ist schon Mensch und was ist noch Natur?
Gegebnenfalls macht eins das andre wett.
Wer hört auf mich? Ich hab mich oft vertan,
zu viel gesehen und das Herz verbrannt.
Manchmal geht alles durch und Hand in Hand.
Was einem Geist heißt, heißt dem andren Wahn.
Kann sein, dass ich nach blauen Blumen such.
Doch war ich nie ein Kind von Traurigkeit.
Bald wird es Nacht. Noch ist ein wenig Zeit.
Der ersten Dämmerung wohlfeiles Tuch
hüllt mich in alte Kostbarkeiten ein.
Die Welt versinkt im Abendsonnenschein.
Posted: August 31st, 2009
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Hätt ich die Wahl… ich würde nie mehr wählen.
Ich nähme einfach, und ich nähme gern.
Doch nur soviel wie (ohne mich zu quälen)
ich tragen, essen, lieben kann. Es zählen
die Dinge, die ich heute brauch. Zu fern
liegt alles was da kommt und kommen kann:
Wer mäßig nimmt, der bleibt ein freier Mann.
Die Uferwiesen und Libellenreigen.
Ein Wellenschlieren zieht die Schatten lang.
Buschwerk voll Brombeern, die sich reifend neigen
und über allem: Wolken-Götterreigen.
Ein Fink schlägt sommerlichen Mittagssang.
Vom Feld weht Strohgeruch heran. An Plätzen
wie diesem, ist die Welt noch etwas wert.
Ein schöner Ort zu müßigem Ergetzen.
Man folgt beherzt den inneren Gesetzen,
indem man Butterbrot mit Wurst verzehrt.
Ein Bad im See. Wer könnte dies verwehren.
Denn wo Natur ist, darf man nackig sein.
Ein Stündchen Schlaf danach. In Ehren
ein bisschen hier und da und dort verkehren -
geträumt natürlich, denn man ist allein.
Zu Fuß ist Zeit noch Zeit. Man kann sich nehmen
soviel man will. Gesetzt, man hat nichts vor.
Der Tag verstreicht in einem angenehmen
Geräusch von Kieseln unter dem bequemen
Beschlag der Schuhe und der Welt im Chor…
Posted: August 29th, 2009
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Das Leben und so weiter in Sonetten
zurechtzufügen, ist ein Schweres nicht.
Da sind die Frauen und im Schummerlicht
so viele Bilder. Und da sind die fetten
Festivitäten, woraus Räusche speien…
Wer offnen Auges ist, dem wird’s an Stoff
nicht fehlen. Zah!: Von wegen Dichterhoff-
nungslosigkeiten. Mit Ver-Laub, verzeihen
Sie mein Gelächter. Dass ich lauthals brülle,
ist keine Schmach an künstlerischem Sinn.
Es ist viel mehr. Es ist ein Nein-Gewinn.
Ein „Nein!“ zu Lyrik aus der Kammerstille.
Ein „Nein!“ zu Herzschmerzschwulst, kein Land-
in-Sicht-Geplärr und Misanthropentand.
Posted: August 24th, 2009
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Verhalten klingt der Sommer aus.
Die abgemähten Felder sind
Beweis. Bald wird es kälter. Zaus-
gewölk und stets ein lauer Wind.
Obst, Trauben, Mais und dann und wann
Zugvögelschwärmen überm Dach.
Man lehnt sich an was Liebes an
und seufzt ein angemessnes: Ach…
Wahrscheinlich war es Langeweile. Rot
schien Morgenlicht aufs Land. Und sonder Not
schlief alles selig. Ringsum Stille, meile-
nweit kein Ton und keine Tageseile.
Da sonderte der Kater C., als sei ein Brot-
laib ihm in seinen Arsch gefahrn, mit lot-
recht aufgestelltem Schwanz und krallenpfot-
enbucklig einen Schrei ab. – - Was zum Heile…!? – -
Wahrscheinlich war es Langeweile.
Doch wie er schrie. Es klang so sinnlos zot-
enhaft, so kurz und laut durch diesen mot-
orlärmlos sanften Morgen – keine Zeile
könnt es erfassen. Und erst das Gepeile,
was denn nun war… wir lachten uns halb tot:
Wahrscheinlich war es Langeweile.
Posted: August 20th, 2009
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Ich will, dass meine Worte wenigstens
die eignen Übellaunen überdauern,
dass jeder Reim und was man so Stringenz
nennt taugt. Ich will ein leises Rückenschauern.
Ich möchte mich erinnern an die Tage,
die Nächte und die bangen Zwischenstunden,
statt in Gedanken auch nur eine Frage
mit fadem Schulterzucken zu bekunden.
Ich will, dass alles wie es ist, auf- und
beschrieben wird – gewürzt mit etwas Dichtung,
Musik und Liebe und mit kunterbunt-
em Irrsinn, samt heroischer Verpflichtung.
Ich möchte, dass ihr mit den Köpfen schüttelt,
dass ihr mir zunickt, wenn ihr euch erkennt,
dass ihr euch fremdschämt, dass es an euch rüttelt,
dass euch der Hut vor lauter Lyrik brennt.
Ich will nichts schaffen, keine Bücher schreiben.
Ich will Gedichte, die sich selbst zerfressen.
Ich bin es leid, das dumpfe Tu-nichts-Treiben…
Ich bin besessen.
Posted: August 19th, 2009
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Der Wind drückt heiß bei 140 Sachen
zu einer Coldcut-California-Dreamin-
(sick!)-Mixentgleisung in dein Lachen.
In unsren dunklen Sonnenbrillen ziehn in
Reflexionen Felder. Ein Erwachen.
Und pralle Schäfchenwolken fliehn in
unfassbar überwölbend schönes Blau.
Ist das, fragst du, erwähnter Sommergau?
Das Hirn in Flammen. Und Flussuferhänge.
Wir sind Dawn-epic-Hippies sonder Gleichen.
Wir haben Gott im Radio…, und die Gesänge
von dem, was sein soll, satt. Wir sind so reich, wenn
nichts übrig ist von dieser alten Enge.
Wie viel liegt hinter uns – - Ach! Kein Vergleich, denn
wir nehmen nur, was uns gehört für lau.
Es ist, mein Herz, erwähnter Sommergau.
Posted: August 10th, 2009
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Du lässt die Männer kommen, lässt sie gehen.
Ob einer treu war, weißt du nicht genau.
Du bist vom Kopf bis zu den Zeigezehen
der Inbegriff der ganz modernen Frau.
Du kürzt das Haar, wo es nicht hingehört.
Ansonsten aber bist du ganz natürlich.
Du sprichst es deutlich aus, wenn dich was stört
und liebst es ab und an recht ungebührlich.
Du magst Geschenke, aber nicht die großen.
Denn Herzen, sagst du, kauft man sich nicht ein:
So bist du öfter auf Granit gestoßen,
doch bliebst dir treu und herzlich gern allein.
Natürlich träumst du auch von einem Prinz.
Er braucht nichts weiter, als dich froh zu machen.
Er kann durchaus ein Rumbuff sein und – Stimmt‘s? -
vor allem müssen seine Augen lachen.
Wenn du mal gähnst, dann muss er mit dir gähnen.
Und wenn er küsst, soll er dir an die Wangen
die großen Hände legen und dir Strähnen
beiseite streifen – und sich an dich lehnen,
wenn du was Leises sagst: von Liebe… und Verlangen.
Posted: August 9th, 2009
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Es hat, mein Herz, doch keinen Sinn zu hetzen.
Das Leben treibt mit uns sein altes Spiel.
Was wir bis heute lernten: Das Ergetzen.
Auf vielen Wegen, ohne klares Ziel
und ohne Lehrer, ohne strenge Hand.
Doch stets mit ganz heroischem Gefühl.
Noch brachte uns das nicht um den Verstand.
Mein Herz, wenn wir so locker weitermachen,
dann geht die Sache sicher… an die Wand.
So sagt man uns. Man will Vernunft entfachen.
Man treibt mit uns das alte, dumme Spiel -
indes wir -munter tanzend- drüber lachen.
Posted: August 1st, 2009
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