Mal wieder Stadtfest. Schlechter Ort für Ruhe.
Denn überall stehn Buden voller Müll.
Ich brauch Asyl. Das festliche Getue
zwingt mich zur Flucht. Ich nehm die Wanderschuhe
(tut Not, weil ich durch vollgekotzte Brüll-
und L-affenleichenberge steigen muss).
Ich lauf an Knoblauchbroten, Losanlagen,
Biermeilen- und entseeltem Festzelt-stuss
vorbei. Mein Blick ist wie ein toter Kuss.
Ich dreh noch durch. Ich hör die Leute sagen:
Man muss die Feste fei… – – Na sicherlich!!!
Ich scheiß drauf. Hoffentlich, wenn ich dann klingel,
bist du auch da, hast Zeit und Platz für mich…
Kapuze auf. Die Nacht ist widerlich.
Der Rauch des Bratwurststands zieht, fettig, Kringel.
Posted: Juni 26th, 2009
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Erlebtes und dergleichen im Gedicht
zu überhöhen, liegt mir wahrlich fern.
Indes, es nachts bei Gin und Kerzenlicht
noch einmal überdenken, tu ich gern.
So schreib ich manchen Tag vom Leibe mir,
anstatt mich öde in den Schlaf zu grämen.
[Das man was tut, das grämt - man ist ein Herdentier,
und sollte sich deswegen wirklich schämen!]
Wie dem auch sei, hier ist noch alles echt.
Dem Selbstzweck stelle ich die Welt anheim.
Ich gebe zu, das geht mehr schlecht als recht.
Was soll’s.
Die Welt ist rund: rund ist mein Reim.
Posted: Juni 25th, 2009
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Wie sich das paart.
Wie sich das gegenseitig frisst!
So ohne all den moralingestreckten Terz…
Wie alles, was passiert,
so ganz natürlich ist.
Natur!
Du bist die letzte Göttin ohne Herz. – -
…
Wir, die wir deinen Grundsatz aus den Angeln heben,
sind schon so lange nicht mehr deine treuen Kinder.
Wir wollen selbst Natur sein.
Frevel:
Götterstreben!
Verzeih die Perversion,
die eingesperrten Rinder,
die Hühner,
Schafe
und die Schweinemastanlagen.
Verzeih uns unser Hirn,
die Städte und den Drang,
dir untern Rock zu schaun.
Verzeih das kranke Nagen
an deinem Werk.
Verzeih den ungehaltnen Fang
der Fische
und die nuklear verseuchten Inseln.
Wie alles allem sinnlos auf der Nase tanzt!
Die Menschheit ist ein großes Um-verzeihung-winseln.
Verzeih!
Falls du verzeihen kannst!…?
Posted: Juni 24th, 2009
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Au revoir!
Man müsste so viel lassen.
Die Wolken ziehen über’s Dach.
Und Monde.
Einmal nach den Sternen fassen!
Ach…
Es kommt die Zeit, in der wir nicht mehr denken:
Die Stammtischphilosophen trinken still.
Der Bürger darf sich seine Meinung schenken
und endlich ruhig fernsehn, wann er will.
Das Grundgesetz hat man zum Amt geschickt.
Für einen Euro piekst es Blätter auf.
Im Internet wird zu viel rumgef**** -
Es wird geschlossen. Freiheit?-Schlussverkauf!:
In kleinen Stücken kann man sie erwerben.
Erinnerung, der schönen Tage wegen.
Wer etwas sagen will, muss einen Antrag erben…
so hat man Zeit, sich’s gut zu überlegen.
Bei Nacht benötigt man kein Straßenlicht,
denn keiner geht -wozu auch- aus dem Haus.
Man trifft sich zwar, doch man vergnügt sich nicht -
man schenkt Verdacht wie einen Blumenstrauß.
Zensoren rütteln an den Wohnungstüren.
Wer nackt ist, gilt als potenziell pervers.
Den Terrorismus sucht man auch bei Tieren,
zumindest sind die Viecher kontrovers.
Es kommt die Zeit, in der wir nicht mehr singen:
Die Dichter haben endlich andre Sorgen.
Und falls wir singen, wird es düster klingen.
Es kommt die Zeit. Vielleicht schon morgen.
Posted: Juni 19th, 2009
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Was für ein Hype um‘s Internet
im Namen unsrer lieben Kinder – -
Die Meinungsfreiheit liegt zu Bett
und krankt am Teufel Internet?:
Die Politik frisst sich dran fett,
weil alles schreit, ein Meinungsbinder
ist dieser Hype um’s Internet!
Doch Ach! was red ich… Menschenskinder!!!
Posted: Juni 18th, 2009
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Zuweilen da sitzt man zu Hause
und weiß gar nicht, was man da soll.
Man geht ins Café und trinkt Brause.
Und geht dann bald wieder nach Hause –
und findet das Leben nicht toll.
Dann sitzt man im Sessel und liest
die Schriften viel klügerer Leute.
Kocht Tee oder Kaffee und gießt
das Grünzeug. Und dann wieder liest
man Zeitungsartikel von heute.
Gelegentlich flucht man auf‘s Wetter.
Zu kalt und zu nass und zu zu…
Vor Einsamkeit knarren die Bretter
vorm Kopf. Und das scheußliche Wetter
ist mit den Gedanken per Du.
Das Telefon hüllt sich in Schweigen.
Das Fernsehn ergeht sich im Schund.
Man lässt sich von Google was zeigen.
Der Raum voll betretenem Schweigen.
Und bald wird es einem zu bunt.
Man reißt, ganz, als wär man verrückt,
die Anlage auf, dass es kracht.
Man nickt mit dem Kopf, lauscht beglückt
dem Beat. Und denkt: NICHTS ist verrückt!
Und lacht.
Rondells sind blöd und irgendwie beknackt.
Sie sind ganz einfach starr. Und eins ist Fakt:
Sie reimen auf zwei Enden. Das macht öd.
Das juckt den dümmsten Hund nicht an den Klöt…
Naja egal. Es ist etwas vertrackt.
Doch ach: Wenn man die Sache richtig packt,
dann geht’s. Man wähle noch nicht abgespackt-
e Themen – - Wie? Dann wirkt es überhöht?…
Auch wahr. Rondells sind blöd.
Der Kram, so scheint es mir zuweilen, suckt!
Die Dichtung liegt ja so schon ziemlich nackt
und hilflos da. Das alte Reimgeflöt-
e macht den Inhalt, falls vorhanden, spröd.
So bleibt‘s dabei. Rondells sind zu verpackt,
Rondells sind blöd!
(Ich liebe sie trotzden – nein, deswegen!)
Posted: Juni 15th, 2009
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Du bist perfekt gebaut. Ganz ohne Frage.
(In solchen Sachen hab ich nie gelogen.)
Das eine hält das andere in Waage
und jede Biegung scheint mir gut gebogen.
Gerade stehst du da und groß von Wuchs,
und schöne Äpfel ziern dein Holzgebäude.
Der Anblick ist voll göttlichen Betrugs! -
Wen nimmt es wunder, dass ich deiner scheute.
In deinem Laub muss keine Schlange hausen.
Dich zu berauben, wüsste ich allein.
Was hat man nicht den Kopf voll lauter Flausen.
Solch einen Baum im Sommersonnenschein
im Garten haben: welch ein loser Reigen!
Der Himmel sinkt herab. Voll schriller Geigen.
Gib mir Sitaren und GinTonic-Küsse
auf Eis. Der Sommer streift durch’s Land.
Druck! Automater. Cirren und Genüsse.
Reich, Schönste, mir zum Tanz die Hand…
mit Schwung. Bockharte Slacklines zwischen Birken.
Was soll der Geiz. Du nimmst mich, wie ich bin.
Lass -sonder Stolz- das Schicksal wirken!:
Ich such nicht mehr nach Sinn.
Ich hab den Beat und noch viel tightre Sachen.
Du zupfst mir satt an meinen straffen Saiten.
So wenig ist schon Gott!? Die Bassdrumms krachen
in grüner Länder hoffnungsvolle Weiten,
durch die wir streifen. Reiß die Pappelpollen
mit deinen Flügeln mir von meinem Hut,
wie eine dieser liebend-sorgevollen
Herzdamen. Sink mit mir zum Himmel. Gut
ist nur was keine Grenzen kennen will.
Den Launen Futter geben? Unmaß? Ach?!
Du kennst mich wohl. Ich stand nie wirklich still…
Ich! Lebe! Tau-send-fach!
Posted: Juni 13th, 2009
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Da liegt die Welt wie eine schöne Frau
im milden Sepia meiner Sonnenbrille.
Schönwetterwolken. Ränder: Milchig-grau.
Ihr Schatten überstreift die Sommerstille.
Windräder. Felder. Und Holunderduft.
Zwick mich ins Bein! Dass ich auch ja nicht träume.
Heut geht ein leises Wispern durch die Luft
und durch den Kopf voll süßer Zuckerschäume.
Im sonst so losen Mundwerk einen Joint,
den müden Leib auf weiches Moos gebettet,
genieße ich mit dir, mein bester Freund,
was sich vom Leben zu uns überrettet…
Ein letzter Schluck. Wie schön der Morgen dräut.
Die ersten Stunden sind die besten.
Entspanntes Rühren in Mojitoresten.
Sechsuhrgelaüt
und Hunger auf was ganz unbändig Ganzes.
Schlafmangeldèjávus, die mild-heroisch,
ins Atmen fallen. Stoisch
das Amsellied. Des Sonnenglanzes
Tautropfenglimmen weht durch Birkenzweige.
Stadfenstermatinée.
Ich träum ein schwarzes Haar im Milchschaumschnee,
indes ich mich zum Abschied neige.
Paul Laub heute mit derben Moves und Versen bei den (Welt-)Meistern der Longline.
Grüße gehen an www.landcruising.de>>>
Posted: Juni 5th, 2009
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Alles dreht sich nur ums Geld.
Sonder Geist! Oh deutsches Land,
bist du noch von dieser Welt?
Ich verliere den Verstand!
Täglich liest man, oder sieht:
Neuer. Höher. Weiter. Schneller.
Fachverkäufer wie auf Speed.
Kleine Preise. Volle Teller.
Größre Brüste. Und ein Glied
aus Beton. PayPalbestellt.
Viel versprochen. Wenig hält
all das bunte Bilderblinken.
Lasst uns nicht darin versinken!
Alles dreht sich nur ums Geld.
Wie die Wünsche, die gemachten,
sich in Fleisch und Blut ergießen.
Elend, dieses Überfrachten,
all das kranke Schnäppchenspießen.
Herzlos, das Nach-etwas-trachten.
Alles außer Rand und Band.
Was man einst als Freundschaft fand,
frisst der Blick auf Nachbars Hütte.
Neid und Missgunst, aber bitte:
Sonder Geist! Oh deutsches Land.
Kriege und Atomversuche,
Politik und Religion,
all das schlägt ganz gut zu Buche.
Absatz durch Spekulation.
Wie ich diesen Scheiß verfluche…
Ruhig Brauner, denn es fällt
keinem auf. Der Mammon bellt
schon so lang durch’s deutsche Treiben.
Besser ist, du lässt es bleiben!… – -
Bist du noch von dieser Welt?
Lasst uns doch den Staat verticken?
Ebay. Unter: Antiquarisch.
Stellt ihn ein! Mit einem schicken
Bild – so’n bisschen klassisch-arisch.
Oder besser noch wir ficken
mit den Amis. Hand in Hand,
mit der Brut, die dann entstand,
latschen wir ins Paradies.
Unser Gott sei Adam Ries…
Ich verliere den Verstand!
Posted: Juni 5th, 2009
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Komm, Nacht. Un(-d)endlich… Jan Delay.
Kopfnicken, (-)hö(-r-)(-h-)er, fetter, lauter.
Auuu, Fuc(-h-)(-k)s. Für immer und… – hey!
Was brummt, das brummt. Bass. Haut’er?
Haut! Mensch!!! Und wie! Die Augen zu…
Denn was nichts is(-s-)t, das ist nichts!
Schnute! (N-)(F-)orm? Nuja:
Da fließt sie hin. Und sonder Lichts
der (L-)(R-)eim, die fette Kuh
dazu.
Pha!
Ein Fucks muss tun, was ein Fuchs tun muss…
(R-)(D-)iese(-n) Sätte! Sorte! 02:22.
Haschisch(-sch)ranzig.
Äeh! Gib, Mond, ein(-en) (M-)(Fl-)(K-)uss
und zwei
und drei – -
einerlei…
Denn wo Musik ist, da ist Gott.
Hast du es je begriffen?
Kerzen. (Auf’s Schaf-)(M-)ott(-
en) (ge-)pfiffen.
Geht. Steil. Und (r-)(k-)eine Regeln!
Macht. (-)Was ihr wollt…
Abflug! Heutzutage wird aus Gold:
Scheiße!
Liebste, lass uns durchdas(gott)verfickteLebensegeln -
nur nie -bitte!- leise…
Posted: Juni 5th, 2009
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Für Anstand, Schönste, habe ich zuviel
gesehen und – weiß Gott wie blöd – verkackt.
Ich hab Oliven, Wein. Das alte Spiel.
Man hält nichts fest, was man nicht richtig packt.
Komm mit auf’s Dach. Der Sonnenuntergang
lieg blutrot schimmernd auf dem Tal.
Am Schornstein küssend wird die Zeit nicht lang.
Die Beine baumeln leicht vom Dachsteigstahl.
Der Blick nach West. Als ob der Himmel brennt.
Mir brennt das Herz in allerlei Gedanken.
Vergiss die Zeit, die rasend um uns rennt…
und mit ihr noch der Welt entmenschtes Zanken.
Posted: Juni 4th, 2009
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Kühlschrankpoesie… gefunden bei Frau S., in der Rumpelküche.

Posted: Juni 2nd, 2009
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Ich sag nur:… Sorte!… Alter. Kaum zu fassen.
Tja, wer lang hat, der kann lang hängen lassen.
Was wir im Feuer sehen: Fleisch und Falter.
Gelebter Hunger. Und ein etwas kalter,
doch nicht zu starker Westwind. Und wir prassen
wurmichte Goabeats. Traumweltinsassen,
Milchstraßensterne, die bewegt verblassen?
Mag sein. – - Komm, Nachtmahr, Funkenflugverwalter…
Ich sag nur:… Sorte!… Alter.
Und immer wieder diese engen Gassen,
die durch die Wiesen ziehen. Wollsacktrassen
wie schwere Erdbeern. Trunkne Kerzenhalter.
Und in voll Inbrunst wundervoll geballter
Fettfingerfaust: gesottene Molassen – -
Ich sag nur:… Sorte!… Alter.
Posted: Juni 2nd, 2009
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