Circa hundert Neubaufenster
blitzen auf wie Schreckgespenster.
Gegenüber in den Kästen
aus Beton – man lässt sich mästen.
Stets im Gleichtakt – RTL
und SAT 1 im Schundduell.
Szenenwechsel für die Massen.
Werbeblöcke für die Kassen.
Ach, mir tut’s, indes ich geh,
schaudernd in der Seele weh.
Dreitagebart und Flatcap. Ein Gedicht?!:
Ich will SONETTE, die nach Leben klingen,
heroisch-rumplig Horizonte wringen
und nichts verbergen hinter schalem Licht.
GinTonic, Sonne und ein satter Bass.
Gott und mein Schwanz sind Zeuge meiner Strophen.
Das Leben ist ein Impressionenschwofen -
und Dichtung ist ein Boden ohne Fass!
Beherzt zerschleiß ich alte Manifeste.
Gib mir nur einen Grund und ich greif zu.
Nimm. Küss. Und tanzend jag die Bunte Kuh.
Wie angeweht, verstreut-gekaute Essensreste:
Die Sterne, die ich noch bereisen werde…
Manchmal umarmt ein Reim die ganze Erde!
Posted: Mai 26th, 2009
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Lyrik
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Sonett,
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Mit sattem Snap kracht mir der Driver aus
dem langen Arm, geht steil – zu steil. Verfi**t!
Jetzt du, ma soeur. Du ziehst die Schnute kraus?
Ach! Mid-Range? Na, dann zeig mal was das kickt.
Nicht schlecht! Nicht schlecht! Schön sauber durchgezogen.
Mit Hüfte, Standfuß und den ganzen Tricks.
Nach hinten ist der Hyzer schön geflogen.
[Geglitten, wie du sagst.] – Klatsch ab! Und nix
wie weiter, dass der Typ da hinter uns
nicht allzu lang am Abwurf warten muss.
Würd nicht das Volk mit lahmen Schritten gaffen…
wir könnten schon Bahn drei sein! Gut, dann bunz
ich noch ne Kippe, bis die weg sind – - Wuss?:
Klar wird’s ‘n Par, wenn wir es nicht verraffen.
Berliner Hinterhof. Blick: Fernsehturm.
Und Nachtigallen mitten im Gewühl.
Balkonien nahmen wir galant im Sturm –
Nichts fehlt. Das alte Flohmarktholzgestühl
knarrt, wenn wir uns zu unsren Gläsern beugen…
Die Träne Gottes. Perlen auf der Stadt.
Wir fühlen Füchse aus den Büschen äugen,
tief unter uns – und hören Big Beats satt.
Die Nacht ist voller Sonnenuntergänge
aus Neonlicht. Das Rauschen breiter Straßen,
ein Wispern nur noch, quillt in grüne Enge:
Urbaner Poesie aspiknes Glasen.
Am Himmel stehen flauschige Giganten.
Das Leben schmeckt, wie man es zubereitet.
Macht es das Haschisch, das wir schon verbrannten,
dass uns der Augenblick so sanft entgleitet?
Kopfnicken. Grinsen. Und dein nackter Zeh.
Das Bisschen Anstand, das wir haben, glimmt
im Hintergrund. Trink, Schönste, denn ich seh
das Glitzern, wenn dein Blick vorüber rinnt.
Posted: Mai 22nd, 2009
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Mehr fressen, als mir die Gedärme
verdauungstechnisch Anreiz boten,
konnt ich noch nie. Die Herzenswärme,
die man nicht fasst, und was die Pfoten
nicht tragen können, lass ich bleiben…
Ich weiß mir bessres Zeitvertreiben!
Wozu all das, was in uns kraucht
vergeuden? Soll der Trauerblick
auf das, was man nicht hat und braucht
uns irre machen? Auf das Glück
trinkt IHR!? – welch Klarsicht matter Scheiben…
Ich weiß mir bessres Zeitvertreiben!
Das Haarespalten, Radebrechen,
der bänkelhafte Medienhass,
das Kriege führen, um zu rächen -
Ich glaub euch nichts. Erst recht nicht das:
Das Glück der Welt liegt im Beweiben…
Ich weiß mir bessres Zeitvertreiben!
Drum: wärend euch die Teufel schinden,
indes ihr drögen Frohsinn prasst
und einzig sucht, um was zu finden,
seht mich trotz allem ohne Hast
an meinen krummen Versen schreiben…
Das ist mein bestes Zeitvertreiben!
Posted: Mai 15th, 2009
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Selawie, Französisch war nicht grad mein Ding.
Ich fischte lieber in den deutschen Flüssen.
Doch dann -du wolltest auf Französisch küssen,
am Elbhang, auf dem schwerer Flieder hing-
ging’s mir wie von alleine von den Lippen.
Wen nimmt das Wunder? Wem das Stündlein schlägt,
der weiß genau: Das, was ein Wort nicht trägt,
trägt wohl ein Kuss. Ich sah den Flieder wippen.
Dann gab es nichts zu sagen, über Wochen.
Man trennte sich. Spaß bleibt nun einmal Spaß.
Ich dachte, als ich einsam angelnd saß:
Das nächste Mal werd ich französisch kochen!
Doch, Haute Cuisine?… – da würd ich heut noch üben,
an dieser Kunst. Wer nähme sich die Zeit?
Bald war es freilich wieder mal soweit…
Es kam wie’s kommen musste – ihr in Schüben.
Ölfarbenhimmel. Wolkentürme. Aurenschein.
Dass ich Gedichte schreibe, konnte ich verschweigen.
Du deine Igelschnäuzchen nicht. Lass Liebe Liebe sein.
Heroisch perlen Stäube in den Lorbeerzweigen
der Krone meiner Worte -unbeholfne Taten-,
nachdem du sie mir endlich, harschen Flügelschlags,
vom Kopf geklaubt. Das Leben ist ein Rätselraten,
ein Sich(ver)suchen. Was ich ganz wahrhaftig tags
abzugewöhnen mir vor allem vorgenommen:
bei Nacht versammelt sichs. Wie schön wärs, wenn nichts wäre.
Reich mir vom Fleisch. Heut lass mich Frohsinn fressen.
Heut lass mich festlich all die Geister, die da kommen,
die oft durchdacht-entmenschte Irrsinnsschwere
und alles was ich weiß – an deinen Schenkeln messen!
Posted: Mai 13th, 2009
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Syllabotonisch schlägt St. Petri Mitternacht.
Mir ist nach Schreiben, fahlem Mond und Spielereien.
Die Stadt ist müde und zwei geile Katzen schreien.
Die Fahne der Entrückung bläht der Wind. Betracht-
ungen, die tags unstet das mürbe Hirn durchdacht,
bedürfen ihrer letzten Ordnung, um sich endlich
in Schweigen einzumummen. Dichten ist erkenntlich -
Ich habe es mir -Zweck!- nur dafür beigebracht.
Die Freiheit ist aus Deutschland ausgezogen,
Sie gab den kalten Wohnsitz endlich auf.
Man hatte sie zu oft zu sehr belogen
Und hat ihr allen Mut aus ihrem Leib gesogen
Und setzte, wo man konnte, noch eins drauf.
Es fällt nicht weiter auf, dass sie verschwand.
Man fühlt sich nur ein bisschen unbehaglich.
Man raucht nicht mehr und man zahlt Dosenpfand
Und seine Steuern an ein Land voll Unverstand…
Und regelt noch den Gang aufs Klo vertraglich.
Die Freiheit ist aus Deutschland weggegangen.
Sie war es leid, sich täglich zu verkaufen.
Sie ging, als wir noch ihre Lieder sangen,
Und unsre Seelen schon in euren Kassen klangen,
Sie ging! Man sollte sich die Haare raufen.
Tja, alles was es gibt, hat seine Preise.
Der Staat gleicht einem großen Hurenhaus.
Und wer sich wundert, wundert sich nur leise.
Zuweilen wirft sich einer auf die S-Bahn-Gleise.
Den meisten aber macht das alles gar nichts aus.
Meine Politikverdrossenheit dürfte ja nun kein Geheimnis mehr sein – indes: Telemediengesetz ändern, oder was?!!! Nee, Leute, fickt euch mal ganz gewaltig in’s Knie!
Petition bitte hier> unterzeichnen!
Posted: Mai 6th, 2009
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Komm, großer Pan!
Bleck Zuckerschotenträume.
Was dreht die graue Welt im Kreis?
Sind wir’s?
Nachtmahre Zwischenräume?
Wer weiß…
Posted: Mai 6th, 2009
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Lyrik
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Gedanken,
Lyrik,
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Sonnenbrille. Check! Und Ni-Hill-Twist.
Übersteuert. Macht nichts. Durch das Land
treibt das Aggregat. Und der Verstand
hofft nicht mehr auf das, was morgen ist.
Fahrtwind. Sehnsucht flattert in den Mai.
Kippe rollen. Filter. Was man denkt:
Wille… und kein Herz. – Geschenkt!
Raps schminkt Gold in‘s Sommerkonterfei.
Tighte Beats. Gelassner Blick. Ein Pech,
dass das reicht. Schnurrflöckchen lass
tanken fahr’n… und dann, nur so, für bass – -
Treues, weißes Stück Franzosenblech.
Download Paul Laub in the mix – the Ni-Hill-Twist
Posted: Mai 3rd, 2009
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Habe die letzten Zeit mit einer kleinen Auftragsarbeit für Puppe verbracht. Dabei bin ich auf eine mir bisher unbekannte, bockalte Gedichtform gestoßen.
Die Villanelle. Schick! Und streng.
Posted: Mai 1st, 2009
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Dichtung,
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Lyrik,
Villanelle
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