News for Oktober 2008

Erkenntnisreiches Rondell mit Geruch…

Das Leben stinkt und ihr wisst nicht warum??
Und tut als ob und glotzt dabei noch dumm
aus eurer Wäsche? Ach, die Zeit verklingt
wie Chorgesang, der uns zum Abschied singt,
mit herbstgrau-fahlem Bimbamborium…

und ihr sitzt, Kopf von Hand gestützt, herum,
hebt sanft das Glas zum Mund und denkt euch stumm:
Ob auch Fortuna mit den Brüsten winkt -
Das Leben stinkt!

Na dann mal Prost! Doch, nehmt es mir nicht krumm,
das ist zu blöd! Wird nicht das Denken um
das ganze, was da menschlich in euch ringt,
letztendlich zum Gedünst? Die Lampe blinkt?! -
Dann ist ja gut! Cogito ergo sum.
Das Leben stinkt!

Posted: Oktober 31st, 2008
Categories: Lyrik
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KS…

Das Blog. Man hat seinen Stil, seine Eigen- und Unarten und lebt ganz gut mit dem Gedanken, dass eben und vor allem darum all die LeserInnen tagtäglich zu Besuch kommen… man lebt sozusagen in einer eigenen Welt. Das macht die Sache persönlich und bringt Struktur ins eigene Schaffen.
Glücklicherweise konnte man es – und gerade im Bereich der Lyrik ist dies ein nicht zu verachtender Faktor, man sehe sich nur die Vielzahl der „Lyrikblogs“ einmal an – vermeiden, seine eigenen Schreiberein durch das gezielte Einstreuen „gestandener“ Dichtergrößen aufzuwerten, Engpässe und Unpässlichkeiten zu überbrücken (wie es so viele Blogs mit dem Instant-Würzmittel YouTube allerorten tun), oder eben – schlimmstenfalls – mittels Goethe und Co. über die eigene paarreim-postpubertäre Liebesschwulst hinwegzutäuschen.
Diese Vermeidung äußerer Einflüsse ist löblich, verführt aber zu pseudointelektuellen Vereinsamungsmechanismen, die wiederum nur zu Überheblichkeit und/oder Stagnation führen, ja führen müssen. All diesen Unbilden zu entkommen, kann man sich ans viel zu beobachtende Selfspamming – das massive Zuscheißen des eigenen Nestes – oder den regen Gebrauch der Kommentarfunktion halten. Beides kontraproduktiv.

Was aber wäre ein möglicher Weg?… : Ein interagierender, produktiver, gleichzeitig aber die eigenen Hoheitsansprüche nicht in Frage stellender Weg. Ein Weg also, der der Sache (hier Lyrik) selbst und der Gemeinschaft allgemein nützlich ist. Kurz: Gastbeiträge!

Gastbeiträge sind hier, wo es um Lyrik geht, Beweise! Beweise und Lebenszeichen – Pulsschläge, die in einer gefühlten lyrischen Leere wie Donner grollen!

Ein solcher Beweis erreichte mich gestern. Das Gedicht, welches ich nicht zuletzt durch seine feinsinnige Handschrift und seine frische Missachtung der von mir so streng geachteten lyrischen Regelwerke als durchaus gelungen empfinde, werde ich auf Wunsch unter dem Pseudonym KS einstellen.:

An den Menschen

Lös die Bande, die Dich binden,
an, was Du nie finden wirst.
Lieber fragend in die Hände Spatzen schinden.
Glauben: Tauben auf dem First.

Sei nicht der Amboss für die Fälscher,
auf dem man bare Münze schlägt.
Trug wie die Tauben ist doch welcher,
der Dir die Brust in Ketten legt.

Nur Du allein bist Maß der Dinge,
deren Gang gleicht trunknem Mann.
Und wo Du dennoch hoffts, da ringe
wieder nieder, was man nicht erhoffen kann.

Die Lyrik lebt, danke.

Posted: Oktober 30th, 2008
Categories: Gastbeitrag
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Triolett auf den Grüntee…

Ein Zauber wohnt im grünen Tee.
Er gleicht, wenn er den Gaumen netzt,
dem Flügelschlag von einer Fee.
Ein Zaubertrank ist grüner Tee,
der uns ermuntert, der manch‘ Weh
und Ach in uns zur Ruhe setzt.
Ja, zauberlich ist grüner Tee -
gibt Kraft, wem er den Gaumen netzt.

Posted: Oktober 29th, 2008
Categories: Lyrik
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Nacht, Nebel, Wind und eine Zeitung…

Viel dichter Nebel hat die kalte Welt heut matt gemacht.
Von Ferne her klingt rau der Schrei von schwarzen Raben.
Am Feldrand gluckst der Schlamm in einem Wassergraben.
Ein Kirschbaum reckt die kahlen Finger in die Nacht.

Wie Geister ziehen weiße Schwaden in den Ort.
Und kriechen leise in die menschenleeren Gassen.
Das Spinnennetz, vom Tau geschmückt, hängt ganz verlassen.
Ein munt‘rer Wind trägt eine nasse Zeitung fort –

und heult am Eckhaus froh mit dunkler Stimme auf,
als er die leisen Nebel schwebend kommen sieht.
Und fährt hinein, dass alles auf und nieder stiebt!

Der Mond schreibt seine Bahn umgrenzt vom Sternenlauf.
Die Nebel ziehen sich zurück in offnes Land.
Am Eckhaus klebt die nasse Zeitung an der Wand.

Posted: Oktober 29th, 2008
Categories: Lyrik
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An die Leser…

So viele, die ich dankbar um mich weiß:
Die Stillen wie die Lauten, die mir folgen.
Auf wen ich allerdings von Herzen scheiß‘:
Wurmichte Griffler – die nach Fehlern polken!

Posted: Oktober 28th, 2008
Categories: Lyrik
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Beim Betrachten eines Schuhregals…

Wie oft man perspektivisch was entdeckt.
So habe ich das ja noch nie betrachtet.
So längs auf Teppich und Parkett gestreckt
und auf dem Rücken liegend, achtet
man auf ein Schuhregal (von ganz verdreckt-
en Schuhen schmodder-herbstlich überfrachtet)
ganz anders als aus jenen halbgescheiten
Eins-fünfundachtzig-Augenhöhen-Weiten.

Und dass die Sonnenstrahlen justament
durchs Zimmer, in den Flur, auf das Regal
so golden scheinen – was für ein Moment!
Das kleine Flimmerspiel ist unbezahl-
bar: Staub und Licht und Schuh und Holz! Wer könnt…-
- -„.. Ich sei nicht recht dabei? Na hör einmal:
Dass ich ein wenig in die Runde blicke,
heißt nicht, dass ich nicht gerne mit dir…“

Posted: Oktober 26th, 2008
Categories: Lyrik
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Five n…

Wenn mich einer fragte: Herr Laub, bei all der Reimerei, diesen verzweifelten Versuchen der Lyrik die abwelkenden Blätter noch ein letztes Mal ins Licht zu binden, dass sie sich vielleicht ein stückweit erholen möge, bei all dem… haben Sie doch bestimmt ein liebstes Gedicht? – ich antwortete ihm mit einem lauten: Ja! Ja, mein Freund, das habe ich. Es ist ein kurzes, einfaches, wunderschönes Gedicht. Ein Gedicht, welches meiner Definition von Lyrik – einer klaren, metrisch sauberen, schönen, nützlichen und vor allem deutlichen Lyrik – in vollster Weise entspricht. Ein Gedicht, wie es schöner gemacht nicht sein könnte. Ein Gedicht also, das nur einen einzigen, den wahrhaftigen Hintergrund hat – das Leben!: Hermann Hesses – Pfeifen.

Das sagte ich, wenn mich einer fragte.

Und um hier der Vollständigkeit halber das Gedicht nicht platt zitieren zu müssen – denn jedes Zitat hinkt gewaltig – wähle ich lieber eine gelungene Audio-Version von Adolf Noise (aka Dj Koze): Five n. Erschienen 1996 auf einem merkwürdigen Album mit dem bezeichnenden Namen „Wunden, s. Beine offen“.

Download Adolf Noise – Five n

Posted: Oktober 24th, 2008
Categories: Lyrik, Musik
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Notwendiger Nachtrag…

Da schimpft Ranicki, dieser Kritikus.
Und schlackert mit den Falten.
Dass die Kritik stets Schimpf sein muss,
das denken nur die Alten!

Und zur Frau Heidenreich, Ach! lasst mich schweigen -
und tief beschämt den Vogel zeigen.

Posted: Oktober 24th, 2008
Categories: Lyrik
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Wenn man(n) duscht…

Die Plastiktüre schließt. Man dreht die Hähne auf:
Und ZOSCH! ein eisig kalter Schwall trifft das Gemächt.
Man brüllt: „Verfickt!“, entspringt dem Sprühgichtwasserlauf
so gut es eben geht – und es geht schlecht.

Da ist man gleich bedient. Man steht gekrümmt und friert
und bleibt mit seinem Arsch an kalten Dingen kleben.
Und während man verkrampft ins Wasserplätschern stiert,
fühlt man sich etwas klein – vor Kälte eben.
 
Doch bald. Welch Glück! Ein Hauch trifft das behaarte Bein.
Das kalte Wasser weicht! Die Leitungen sind frei!!!
Man bäumt sich auf, tritt vor und taucht erhaben ein –
Jetzt, wo es warm ist, wär auch Platz für zwei.

Posted: Oktober 22nd, 2008
Categories: Lyrik
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Unbelehrbar…

Am Abgrund zwischen Wunsch und Wirklichkeit,
blickt’ stier das Glück der Schwärze ins Gesicht.
Fand Weg und Steg und sich’re Brücke nicht.
Nur Finsternis, nur tiefe Dunkelheit.

Beim letzen Schritt – schon war es fast bereit,
die Kluft zu überspringen, hin zum Licht –
erhob sich just ein Wispern, säuselt, spricht
aus jenem Schatten, der die Welt entzweit:

„Halt ein, du wildes Glück, und überleg’!
Im Sprunge kannst du mich nicht überqueren.
Stattdessen baue dir aus Tat und Lehren

und mit Geduld und guten Mut den Weg.
Auf diesem schreite hoffnungsvoll entlang!“
Das Glück indes, es hörte nicht – und sprang.

Posted: Oktober 22nd, 2008
Categories: Lyrik
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Nachgedanken…

Sie hätte ihm –Fürwahr!- den Griff erlaubt,
den er nicht tat. [„Wohl der Erziehung wegen…“,
wie er so frech im Nachhinein behaupt-
et hatte. Pha! War je ihm dran gelegen?]

Hätt er mal zugelangt, das Rind, das faule,
ihn hätt es nicht gereut, soviel ist klar.
Und dann… dann später, dieses Rumgemaule:
„Ach, hätt ich doch. Ach, wär das wunderbar.“,

kann er sich sparen. Doch… auch sie muss lernen:
Wer sich berauben lassen will, der lässt
die Türen offen stehn. [Das Sich-entfernen
täuscht man nur vor – dann wird der ganze Rest

ganz von allein!] Das Glück braucht sein Theater.
Es will umfochten werden, sich der Gunst
erwehren, dann sich winden, um dann spater
aufbäumend hart am Schaum in geile Brunst

zu sinken. Ach. Das Leierspiel ist alt.
Doch keiner, der es je gespielt, wird sagen:
Ich hab verlorn, ich will es nie mehr wagen.
[Das ist so sicher, wie der Winter kalt!]

Posted: Oktober 20th, 2008
Categories: Lyrik
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Poetik der Antike…

Das Gute am autodidaktischen Bildungsweg ist nicht nur die zeitliche Freiheit, sondern vor allem die inhaltliche: Man zieht sich einfach rein, was zum momentanen Tun und Befinden passt. So gereicht mir zur Zeit Werner Jungs Einführung in die Poetik durchaus zu Kurzweil und theoretischer Wissensanhäufung. Doch nicht nur das. Manchmal ist es einfach nur ein Genuss, sich die Theorien und Äußerungen der „Alten“ ganz aus sich und somit ganz für sich reinzutun.

Zum alten Horaz steht da geschrieben:

Es ist die Dialektik von Tradition und Innovation, von regelgeleiteter Konvention und genialer Inspiration, was sich wie ein roter Faden durch diese Poetik [die „Ars poetica“ Horaz‘] hindurchzieht. – Einige repräsentative Stellen hierzu: In den Zeilen 99-100 heißt es etwa, daß es nicht genügt, daß Dichtungen bloß schön sind, sie müssen auch gewinnend sein, d.h. sie sollen den Sinn des Hörers lenken, wohin sie wollen […] Mit anderen, nämlich den berühmtesten wie berüchtigsten Worten der Poetik überhaupt: „Entweder nützen oder erfreuen wollen die Dichter oder zugleich, was erfreut und was nützlich fürs Leben ist, sagen.“

Balsam!

Posted: Oktober 20th, 2008
Categories: Poetik
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An die Heuchler…

Wer noch niemals Hunger hatte,
Wer noch nie auf Steinen schlief,
Wer noch niemals ohne Schuhe
Einsam durch die Gassen lief –
Der soll mir nicht Elend klagen,
Der soll froh sein Leben fristen,
Denn die schlimmsten aller Heuchler
Sind doch satte Pessimisten!

Posted: Oktober 19th, 2008
Categories: Lyrik
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Sonett ‘77

Die Stadt, voll grau gestrichener Skelette,
durch wilder Straßenzüge Schnitt zerfetzt,
erbittet grimmig schaurige Sonette,
von klaustrophobischem Gefühl durchsetzt.

Gleich fangen tausend Reimer an zu leiden
-so gut der satte Wanst es noch erlaubt-
und stiern aus elendigen Augenweiden
in etwas, dass an nichts von ihnen glaubt.

Feist stammeln sie, die sie das Grau nicht kennen.
Der noch ganz onanieverirrte Sang
hallt stumpf zurück von rauen Flachdachtennen.

Kein DICHTER unter diesem Untergang?
Da sperrt die Stadt das Maul auf. Wie der Wind
entbricht der Eine ihr. Ihr letztes Kind.

Posted: Oktober 16th, 2008
Categories: Lyrik
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Weltprojekt…

Mit großer Freude darf ich den geneigten Lesern hier> das wahrscheinlich erste getwitterte Sonett der Welt vorstellen.
Dieses Sonett dient dem Beweis, dass man trotz scheinbarer räumlicher Beschränktheit (Twitteruser wissen, dass man nur 140 Zeichen zur Verfügung hat), mit ein wenig Kreativität und einem Hang zum Unmöglichen, ganze Welten aus den Angeln heben kann.

Edit: Eine Beschreibung des Ganzen, wie sie nicht treffender und schöner hätte formuliert sein können, findet ihr hier> auf Absolut Friedenau. Die Damen sind ihres Zeichens versierte Vorreiter  in allen kommunikativen Belangen und haben es in gewohnt subtiler Weise geschafft, dass ich mich tastend dem ein oder anderem neuen Medium zu nähern wagte. Besonders also dem AF-Kommunikationshasen Bunny besten Dank.

Dank auch an Puppe für ihre aufmüpfige Weise, welche mich zu diesem Projekt anspornte.

Posted: Oktober 15th, 2008
Categories: Intern
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Auf dem Heimweg…

Im „Alter Besen“ ist heut Happy Hour.
Zehn Herren buhlen um das letzte Weib.
Und gegenüber pinkelt einer an die Mauer.
So sieht er aus – des Volkes Zeitvertreib:

In Kneipen sitzen und sich echauffieren,
dass man nicht mehr in Ruhe rauchen soll.
Und über Politik und Umwelt diskutieren.
Der Bürger hat zu Recht die Nase voll.

Dazu 10 Bier und jeweils noch ein Korn.
Und flotte Sprüche zur Bedienung lallen.
Und manchmal (aber möglichst nur im Zorn)
darf man sich gegenseitig eine knallen.

Ich gehe dran vorbei – mir ists egal.
Der an der Mauer hat sich selbst bepisst.
Der Mond scheint übers Dach in das Lokal.
Die Nacht ist schön, doch etwas trist.

Posted: Oktober 14th, 2008
Categories: Lyrik
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Gestatten…

Gestatten, Laub. Paul Laub. Ich schreib Gedichte.
Und hätt ich keinen Job, müsst ich verhungern.
So ist das mit der Kunst. Für Fleischgerichte
hat sie nichts übrig. Nägel kauend lungern
die, die ihr treu ergeben manche Stunde
in ungeheizten Zimmern wie die Hunde.

Da schaut sie weg, die Kunst. Mit müdem Blick
die Achseln zuckend, geht sie ihrer Wege.
Ich möcht ihr manchmal einfach ins Genick
wutschnaubend schrein. Zumal, es gibt Belege,
dass ihretwegen mancher schon dem Wahn
anheim gefallen. Diesen faulen Zahn

indes zieh ich der Kunst. Indem ich schreibe
wanns mir gefällt und mir mein sauer Brot
an andrem Ort verdiene. Ich, beileibe,
der Kunst, dem Flittchen, dienen? Sapperlot!
Ihr dienen! Zmah, mich rafft es! Diesem Weib
sind wir doch nur ein schmaler Zeitvertreib.

Nicht, dass ich mich je ihrer Gunst verschloss.
Natürlich nicht, sie war mir oft ein Licht.
Doch ist sie unstet und blasiert. Genoss
ich ihren Willen, war es gut. Mehr nicht.

Ich häng der Kunst mein Herz nicht untern Rock!
Ich schreib Gedichte… seht in dieses Blog.

Posted: Oktober 13th, 2008
Categories: Lyrik
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Mittag…

Der Herbst will seine beste Seite zeigen.
Mit Sonnenschein und allem Drum und Dran.
Drei alte Herren sitzen auf der Bank und schweigen
die bunten Bäume an.

Die Wolkenschafe rennen wie besessen,
weil sie der Wind in ihre Hintern tritt.
Und Frau Natur lädt ein zum Apfelkuchenessen –
Man ginge gerne mit.

Die von der Zeitung schreiben, es gibt Regen.
Wen intressierts? Die schreiben kreuz und quer.
Man würde sich ja gern auf eine Wiese legen.
Die Glieder sind so schwer.

Jedoch da muss man auch schon wieder weiter.
Gleich ist die Mittagspause halb vorbei.
-Man wollte ja noch dies… und außerdem… und leider…-
Wer Arbei hat, hat selten frei!

Posted: Oktober 13th, 2008
Categories: Lyrik
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Trauriger Herbst…

Ein wenig Depression und bunte Blätter.
Die Dichter falln dem jungen Herbst anheim.
Mit stumpfem Kiel und schiefem Donnerwetter.
Die Foren füllen sich mit Schmiererein.

Manch einer weiß vor Unsinn gar nicht weiter.
Und reißt – wie lüstern – sachlichen Geschichten
die ursprünglich prosaisch-feisten Kleider
vom Leib. Und spricht von Lyrik, von Gedichten.

Zerstümpert hüllt in dicke Nebelschwaden
der Herbst sein einst so schönes Angesicht.
Mit schleimigen Metaphern schwer beladen,
zieht er durchs deutsche Land… und übt Verzicht.

Posted: Oktober 10th, 2008
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Wie mich Gott neulich zurechtwies, oder: Die erstaunliche Wahrheit den Schöpfungsakt betreffend…

Jüngst sah ich Gott. Im Wald, beim Defäkieren.
Er hockte nackt im Schatten einer Buche.
Ich ließ mich davon gar nicht irritieren,
Und ging zu ihm, auf dass ich seiner fluche.

Ich schrie: Du Sau! Seit wann scheißt Gott auf Erden?
Schon seh ich rings das Leben welk verblühen!
Durch den Gestank, der alles Sein und Werden
Vernichtend frisst, ob deines Darms Bemühen!

Er schrie zurück: Halts Maul! Wie kannst du’s wagen?
Hier scheißt dein Gott, Respekt!, du kleine Ratte!
Muss mich der Mensch auch noch beim Scheißen plagen? –

Ich sag euch was, ihr blöden Menschenaffen:
Als ich das letzte Mal geschissen hatte –
Auf Erden freilich – hab ich euch erschaffen!

Posted: Oktober 9th, 2008
Categories: Lyrik
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Badewannengedanken…

In einem heißen Bad, das eigentlich schon seiner Hitze wegen
mich trunken und beschwingt gemacht,
begann ich bald zu überlegen,
ob nicht ein Bier
aus einem Tiefkühlschacht,
Von einem Weibchen mir –
am besten nackt – gebracht,
ob solch ein Bier, dacht ich, das Glück vollkommen macht.

Posted: Oktober 8th, 2008
Categories: Lyrik
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Antwort auf “Die Moritat vom erschlafften Sparstrumpf”…

In dunkler Gassen ahnungsvoller Enge
entfächern Fakten Bündel matten Lichts.
Wo noch zuletzt ein lärmendes Gemenge,
ist nunmehr vollends wesenloses Nichts.

Der Wahn zerschleißt aspikne Herbstidyllen…
Ach! Knüpft das Lügenpack an einen Baum!
Dass fremde Gelder leere Kassen füllen –
Ein dreister Traum!

(Die Moritat vom erschlafften Sparstrumpf gibt es hier.)

Posted: Oktober 7th, 2008
Categories: Lyrik
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Am besten wärs…

Am besten wärs, man wäre Nihilist.
Am Arsch könnt einen dann die ganze Welt…
Man bräuchte weder Luxus, weder Geld,
Man bräuchte nichts, was man sonst stets vermisst.

Auch wär das Leben gar nicht mehr so trist.
Es gäb ja nichts mehr, was den Tag vergällt.
Und wenn sich doch was in die Wege stellt,
Wird es verneint und tüchtig angepisst.

So hält mans aus, auch wenn man Scheiße frisst.
Ich meine: Wenn man auf die Schnauze fällt.
(Nicht dass mich einer meiner Wortwahl schelt!)

Und ehe man versteht, dass all der Mist
Viel mehr verspricht, als dass er letztlich hält,
Hat man sich selbst verneint (entmenscht) – und bellt.

Posted: Oktober 4th, 2008
Categories: Lyrik
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Straßenbahn 06.13

Aha! Na endlich kommt die Linie 10.
Bloß gut!  Ist es doch schweinekalt heut Morgen.
Ich hasse es, so zeitig aufzustehn.
Wer wenig schläft, macht sich zu viele Sorgen.

Nur mürrisch will mein kalter Leib sich regen.
Das Auge stiert. Schlaff hängt herab der Arm.
Der Körper friert, der müden Seele wegen.
Es hält die gelbe Bahn. Gleich wird es warm.

Fünf Mäuler springen auf an ihren Flanken.
Draus fließen ein paar blasse Passagiere,
Die fröstelnd in den kalten Morgen wanken.
Ihr Blick gleicht dem erschreckt-verstörter Tiere.

Ich wühle mich hinein in einen Schlund.
Der Duft von Menschen macht die Scheiben matt.
Wen wunderts, dass zu solcher frühen Stund
Nicht einer irgendwas zu sagen hat.

Wohin ich auch mein Auge schweifen lasse,
Ich seh Gesichter. Aus dem Schlaf gerissen.
Und bin sogleich ein Teil der müden Masse.
Ich fühle mich ja selbst durchaus beschissen.

Der Mensch ist nicht für solche Zeit geschaffen.
Der kranke Biorhythmus schreit zum Himmel.
Sind wir schon Menschen? Oder doch noch Affen -
Gefangen und gehetzt im Stadtgewimmel?

Posted: Oktober 2nd, 2008
Categories: Lyrik
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Neuheiten…

Wie sagte Onkel Fritz so treffend: Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum!
Darum erneut der Hinweis auf die zweitwichtigste Seite auf blogfront.de: Der Donner(s)tag.
Jeden Donnerstag gibt es dort derben Stuff und tighte Beats, eben alles, was ich von der Musik halte und gehalten habe. Seit der Überarbeitung des Layouts, lass ich jetzt fortlaufend die Videos der letzten Woche einfach mal drin, so dass mit der Zeit eine feine Sammlung entstehen kann.

Apropos Layout. Was ein Gefummel! Darum meinen besten Dank an Bunny, der kenntnisreichen Scriptbeauftragten von Absolut Friedenau, die mir in manchem verzweifelten Moment mit Rat und Tat zur Seite stand (Skype sei Dank).

Um zu verdeutlichen, was für Sinnlosarbeiten man als Nichtwissender zuweilen verrichten muss, eine kleine Anekdote:

Die Lyrische Blogfront besteht zur Zeit aus gut 200 Beiträgen, die ich bisher – mehr schlecht als recht – jeweils in Kategorien eingeordnet habe.
Für das neue Layout jedoch wollte ich gern eine Tagwolke. Ohne Tags allerdings, keine Tagwolke und 200 Beiträge taggen ist ja nun wirklich das Allerletzte. Doch was sollte werden. Was muss, das muss – Projekt ist nun mal Projekt.

Posted: Oktober 2nd, 2008
Categories: Intern
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Schlaft!…

Besonders wenn man schläft, ist man nicht munter.
Das wär ja was – verzeiht, dass ich’s erwähne -
Wenn man das ganze dröge Rauf und Runter
Des Alltags auch im Schlaf noch mitbekäme,
Man hätte bald den Kopf voll kunterbunter,
Voll federleichter, kleiner Hobelspäne.
Die Brandlast wäre viel zu leicht entzündlich.
Drum schlaft! Und wenn ihr schlaft, schlaft lang und gründlich!

Posted: Oktober 1st, 2008
Categories: Lyrik
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