News for September 2008

MUTO a wall-painted animation by BLU

[kml_flashembed movie="http://de.youtube.com/v/uuGaqLT-gO4" width="425" height="350" wmode="transparent" /]

Posted: September 30th, 2008
Categories: Videos
Tags: , , ,
Comments: 2 Comments.

Langustenbaum…

Langusten, die, gleich Früchten, sich im Dickicht wiegen,
Entsprangen, rot gegart, aus einem Fingerhut.
Am Horizont erstrahlt der Berg in Morgenglut.
Und nur der Morgen weiß, warum da Knochen liegen.

Zum großen Tanz bereit spannt auch der Himmel sich
Empor. Und während der Langusten stumpfe Scheren,
Als ob sie eher eitler Schmuck als Waffe wären,
Den jungen Tag berühren, der so wunderlich,

Ist alles voller Welt, voll Berg und Baum und See.
Und Knochen und Langusten sind ein schöner Traum.
Schon bald springt auch der erste Fisch auf einen Baum

Und krallt vom Himmel sich ein kleines Kanapee -
Da staunt der Morgen dort vom Berge in die Runde.
Vom Tal hinauf jedoch… belln schon die ersten Hunde.

Posted: September 29th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , ,
Comments: No Comments.

Frühherbstnachtidyll…

Der Bach rauscht wie die Haschischzigaretten,
die wir, gefülltes Weinlaub kauend, schmauchen.
Das Feuer kracht. Die Nacht trägt einen fetten,
tiefschwarzen Ölzeugmantel. Wipfelfauchen.

Ein Bilch schleicht im Gebüsch. Die Sterne,
gleich Glitzertropfen, fallen in den Wald.
Die Stadt vergisst sich ob dankbarer Ferne.
Luftschlösserfeuerstarren. Es wird kalt.

Posted: September 26th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , , , , , , , ,
Comments: 1 Comment.

Baustelle…

Werte Leser, ihr seht, es wird fleißig im Hintergrund gebastelt. Trotz neuen Gewands bleibt freilich alles wie gehabt – Lyrik ist das Programm, das Leben das Thema.

Posted: September 25th, 2008
Categories: Intern
Tags:
Comments: 1 Comment.

Electrosessions…

Da sitzen sie und lauschen völlig neuen Klängen,
Durch ihre Plastikbrillen blickt der Sachverstand.
Dass sie nicht länger an Althergebrachtem hängen,
Erkennt man an der Bionade in der Hand.

Ganz individuell, die selbstgedrehte Fluppe.
Das Feuer nimmt man freilich nur vom Schwefelholz.
Man nickt sich wissend zu, ist Künstler in der Gruppe,
Wer selber einen Laptop hat, ist noch mehr stolz.

Der atonale Bass klirrt stumpf, doch mit Gewalt –
Fast scheint die große Zukunft endlich angebrochen,
Wär nicht dies kleine Manko: Denn man schmeckt es halt,
Dass sie ihr Süppchen nur in Alutöpfen kochen.

Sie ist vorbei, die Zeit der wuchtig-fetten Beats,
Als noch ein wilder Bass in wilde Leiber drückte,
Als man noch ehrlich, ob so manch bekannten Lieds,
Mit seinem Lächeln tanzend eine Party schmückte.

Heut hört man sitzend zu und diskutiert darüber.
Schlägt sich die ganze Nacht mit Cubase um die Ohren.
Der „DJ“ ist versteckt, das schnöde Lampenfieber
Verschwimmt am Desktop und wird eingefroren.

Man „loopt“ heut „tunes“ und „files“, legt ein paar Flächen drunter,
Das Handwerk ist genauso wie die blassen Gäste,
Verkrampfte Typen, seit gut dreißig Stunden munter –
Die neue Zeit bedarf wohlweislich neuer Feste.

Posted: September 24th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , , , , , ,
Comments: 2 Comments.

Unterschied…

Der eine schreibt mit seinem Blut,
auf eigne, frische Weise;
der andre schreibt mit gleicher Glut –
jedoch mit seiner Sch…

Posted: September 23rd, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , ,
Comments: 4 Comments.

Ruhig Blut…

Da hauts die Miez an Baum! Wer könnt nun stumm
mit offnem Munde staunen, ja, wem quoll
nicht just ein leises „Shit!“ heraus? Warum?:
Die Moiren latschen vor die Stadt! – Jawoll!…

Jetzt läuft der strenge Faden straff vom Rocken!
Da könn wir splitternackt im Dreieck springen,
da könn wir wie die blöden Stiere bocken –
Die Damen werden uns ihr Lied schon singen.

Gleich greift ihr zu den Forken? Bauernpack!
Und zieht mit Fackeln, Flegeln und Gewehren
zum Stadttor hin? Ei! Was ein Schabernack!
Doch, ach, zieht hin! Ich – euch belehren?

Niemals! Zieht hin! Ich koch mir erstmal Tee.
Und pfeife „Amor fati“ wie der Fritz.
Ihr spuckt nach Luv – und ich nach Lee…
Das ist der Witz!

Posted: September 20th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , ,
Comments: No Comments.

Was sonst noch passierte, als Gott neulich in mir gestorben ist…

Ich war entmenscht – von Gin und Bier.
Ich war entmenscht – schon kurz vor vier.

Splitternackt des Himmels streckte,
Weil der Rausch mich bitter neckte,
Ich voll Zorn die Fäuste wider.

Fluchte schreiend:  Hurengott!
Dieser Tag sei dein Schafott!

Plötzlich kam mein Magen nieder -
Plätschernd auf den Kirchenstufen
Starb mit Gott zugleich mein Rufen.

Ich war entmenscht – was für ein Mist.
Ich war entmenscht – war Antichrist.

Posted: September 18th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , ,
Comments: 1 Comment.

Ahnung…

Bald müssen wir die teuren Buden heizen,
Bald sehn wir die in wollnen Wintersocken,
Die gestern noch mit allen schönen Reizen
Nicht sparsam warn verschnupft auf Sofas hocken.
Bald ist die Zeit heran, da wir beim Licht
Der Kerze blöder Spiele Zeitvertreib
Zu nutzen uns genötigt sehn. Wen ficht
Es an, dass dieser Welt unsteter Leib
Vergeht und in sich ruhen muss? Wem hätten
Je solche Zeiten wirklich Angst gemacht?

Uns! Denen dann, in all den finstren Städten,
Kein grüner Fleck und keine Blume lacht!
Uns Eingepferchten! Die wir trostlos nicken,
Wenn im Beton das Beet wir kahl erblicken.

Posted: September 17th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , , , , , , ,
Comments: 2 Comments.

Auf den Hunger…

Der Hunger treibt mich tief ins Mark der Stadt.
Am Heinrich sitzt das junge Volk, sie trinken
gefärbten Alk. Aus gelben Säcken stinken
die leichtstoffsüßen Reste die man hat-

te, die man, leergefressen, vor die Tür
gelegt, zum Zweck der weiteren Verwendung.
Ich esse auswärts! Denn die Geldverschwendung
für Fleisch in Häppchen ist mir ein Pläsir.

Vor allem, wenn ich wieder mal nichts aß,
Wenn ich den ganzen Tag in mich versunken,
von Jamben und Trochäen wie betrunken,
in halb verklärten Welten schreibend saß,

dann macht ein gutes Essen ganz befreit.
Dann kann man sich damit belohnend stärken.
Man schlingt und blättert froh in seinen Werken
und dankt dem Hunger für die gute Zeit.

Ein voller Bauch, der schreibt nicht gern.
Ich mag den Hunger, denn er schärft die Sinne.
Der Hunger dient dem Geist stets zum Gewinne.
Bon appetit, ihr wohlstandsdicken Herrn,

ihr Damen auch. Auf euch, zum Wohl. Ihr fresst
a la bohème und scheißt wie wilde Tiere.
Ihr fresst und sauft und scheißt für viere.
Ich esse nur zum Lohne, mir zum Fest.

Der Hunger treibt mich tief ins Mark der Stadt.
Beim Italiener brennt noch fahles Licht.
Doch ich dreh um, weil‘s keine Ordnung hat…
Die letzte Strophe stimmt noch nicht!

Posted: September 15th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , , , , , , , ,
Comments: 3 Comments.

Drei Jahre nach dem Telefonat…

Die Felder waren beim Frisör, mein Kind.
Der Herbstwind streichelt ihre Glatzen.
Die Pflaumen, schau, wie reif die sind –
man fürchtet fast, sie wollen platzen.

Die Vögel, die durchs Blaue, Weite zischen,
sie mögen keinen kalten Winter.
Und die Mama, die hat inzwischen
Bestimmt zwei neue Kinder.

Sie kommt nicht wieder, nein… sie ging, weil ich…
Ach was – komm, spiel’n wir Eselreiten.
I-A, juchee, ich liebe dich…
Uff, bist du schwer! Du meine Zeiten.

Posted: September 13th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , ,
Comments: No Comments.

Telefonat…

Na, guten Morgen – ja, ich kam gut heim.
Ich kann mich nicht beklagen.
Die Nacht war wundervoll. Der viele Wein
ging etwas auf den Magen.

Nein, nein, sie hat davon nichts mitgekriegt.
Wer schläft, hat keine Sorgen.
Schon komisch wenn man bei ner andern liegt,
erst recht am nächsten Morgen.

Is gut, jaja, ich fang nicht davon an.
Ich musst‘ nur grad dran denken.
Der erste Hochzeitstag ist auch bald ran,
da werd ich ihr was schenken.

Dir auch, na klar. Wenn du Geburtstag hast,
kauf ich das schöne Kleid.
Das schwarze, knappe, das dir grad so passt… -
Sie tut mir etwas leid…

Naja, ich mein‘ – egal… ich hab Gedanken,
dass du… – machst du nen Test?
Die Pille für danach? Is gut, nicht zanken…
Ich zahl den ganzen Rest!

Erzähl nur keinem was. Es ist so schwierig.
Ja, für dich auch, is klar…
Was ist der Mensch doch unstet!… Und so gierig? -
Das auch. Da hast Du wahr.

Ob ich dich, wenn du schwanger…? – ach, hör auf!
Das kost nur den Verstand.
Es ist nun einmal so. Ich lauf und lauf
im Kreis. Und bau auf Sand.

Ich muss dann mal, der kleine Vielfraß schreit. -
Wie er schon laufen kann…
Er ist so jung und weiß von nichts Bescheid.
Bis denne, ja… ich ruf dich an.

Geändert: 13.09.08

Posted: September 12th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , ,
Comments: 2 Comments.

slacken…

Kniehoch, die Fatsche. Sprung! – der rechte passt,
den linken Huf davor. Den Rücken grade.
Ganz ruhig. Hände in die Luft. Die Wade,
die Standfußwade straff. Das Band braucht Last!

So stehst du gut. Balance kommt aus der Mitte.
Den Blick nach vorn. Die Welt hört auf zu drehen.
Und alles fließt geschmeidig, ist ein Gehen,
ein losgelöstes Setzen sanfter Schritte.

Der Wind singt leise – dass doch alles sänge!
Das Slacken ist wie Joga in der Luft:
Du überwindet nicht zuletzt die Kluft,
die in dir ist – auf ihrer ganzen Länge.

Posted: September 9th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , ,
Comments: 2 Comments.

Verkaufsgespräch…

Sie will ermäßigt, mit TU-Ausweis.
Ich schau ihr -freundlich lächelnd- auf die Brüste.
Und sage: „Mädel, wenn‘s nach mir ging‘, müsste-
st du gleich zwei Mal voll bezahl’n… Verzeih‘s!“

Sie klatscht mir’n paar. Fügt -freundlich lächelnd- gleich
hinzu: „Für jede eine! Chauvie-hunde
fress‘ ich zum Frühstück!“ Doch als ich bekunde,
ich sei der erste gern. Klatsch! Noch ein Streich!

Die Wange brennt! Was für ein Weib! Ich wanke:
„Na, wollt ihr drei-„ Klatsch! „- … Du noch etwas trinken?“
Klatsch! Klatsch! „Mensch! Auää!-“ Zarte Sterne blinken
auf ihrem Shirt. „- Ermäßigt also.“ „Danke!“

Posted: September 8th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , ,
Comments: 5 Comments.

Slackfest…

hier entlang bitte.

Posted: September 5th, 2008
Categories: Unterwegs
Tags: ,
Comments: No Comments.

Einstiegsmonolog…

Was soll der Geiz! Dem Fels der erste Schluck.
Trunkopfertechnisch. Weißt du was ich meine?
Reich mir den Magsack, und dann, Alter, Fugg! –
Nimm mich ins Seil, dem Haufen mach ich Beine!

Wär doch gelacht! Sechs Exen, ein paar Schlingen.
Du hast mich? Gut! Drei Meter bis zum Ring.
Dann die Verschneidung. Zha! Wird schon gelingen.
Verwitterter Granit ist ganz mein Ding.

Hab ich erstmal den ersten Griff gekrallt
Und ein paar Meter Luft dann unterm Arsch,
Dann geht die Sache klar. Dann koch ich bald
Mein Süppchen auf dem Gipfel. Also Marsch!

Ich hol dich nach. Dann kann die Welt uns mal!
Mit ihrem ganzen Scheiß. Ja!, drauf geschissen.
Von oben freilich! Hätte ich die Wahl,
Ich bliebe oben. Ich würd nichts vermissen.

Posted: September 4th, 2008
Categories: Lyrik
Tags: , , , , , , ,
Comments: No Comments.