News for August 2008

Über die Poesie…

Die wahre Poesie ist nicht vermittelbar!
Sie ist in der Natur der Dinge. Also im-
manent. Das Individuum, so es den Sinn
geschärft hat, taucht hinein und fasst die Schönheit zwar,

die Poesie jedoch herauszulösen, das
vermag es nicht! Uns bleibt nur die Erinnerung,
die, Vogelzwitschern gleich, erst schön, doch bald verklung-
en hallt. Man hört, genießt und geht erfreut für bass.

Zurück bleibt alles. Und was davon übrig blieb,
was nicht verhallte, was sich wie ein Blatt verfing,
und, so der Zufall es gewollt, mit heimwärts ging,

das wird ein Bild vielleicht, vieleicht ein kurzes Lied,
auch ein Gedicht, das, kaum verständlich, das beschreibt,
was nicht beschreiblich ist,… dass dieser Rest uns bleibt.

Posted: August 28th, 2008
Categories: Lyrik
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Wieder daheim…

Nach einem Ruhetag und einer beschaulichen Heimreise per Zug hat mich die Heimat wieder. Diverse Speisen mit viel Fleisch füllen den Akku, so dass es morgen weiter Richtung Göritz zum Klettern gehen kann. Was bleibt sind einige wundervolle Impressionen, zwei ziemlich wackelige Beine und ein paar Fotos, die ich der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten möchte:

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Meinen besten Dank an Puppe, die so fleißig die Aktion gebloggt hat, und an alle, die mitgelesen, -gedichtet und -gefiebert haben.

Posted: August 28th, 2008
Categories: Unterwegs
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Unterwegs im Namen der Lyrik…

Werte Lesende,

ab heute, Mo. 25.08.08……. meine jambische Wanderung zum Erhalt und Gedeih der Gebrauchslyrik live unter: http://blogpuppe.wordpress.com/2008/08/25/paul-laub-geht-spazieren/
Aller 3 h gibt es ein Update mit Fotos und Infos zum Befinden.

Die Puppe ist so nett und bloggt in besagten Abständen alles, was ich von unterwegs an sie per SMS und MMS sende.

Posted: August 25th, 2008
Categories: Unterwegs
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Kinderjahre…

Die Neubaublöcke, die wir heute mit
Gerümpften Nasen zu betrachten pflegen –
In Kinderjahren warn sie unser Heim.
In ihnen taten wir manch ersten Schritt,
In ihrem Odem haben wir gelegen
Und waren glücklich auf der Welt zu sein.

Die Wiese vor dem Haus, der Wald dahinter,
Der Freunde Schar, und an den Häuserfronten
Balkone, wo die Mütter Blumen gossen.
Und jeden Tag das Lachen froher Kinder –
Von uns, die wir doch gar nicht anders konnten,
Als Kind zu sein, auf dem geliebten Plossen.

Von Lercha, Stadtparkhöhe, Siebeneichen,
Bis Bockwen, mit dem kleinen Angelteich –
Ein Fleckchen Erde und ein halbes Leben.
Und Glück! So weit die kleinen Füße reichen
Ist immer Glück! Das Paradies ist gleich
Der Kindheit, die man – Danke! – uns gegeben.

Posted: August 23rd, 2008
Categories: Lyrik
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Allerweltsgedanken…

Die Welt ist rund! – doch hat sie ihre Ecken.
Und keiner, der sie sah, sah sie im Ganzen.
Der eine muss in ihrem Arsch verrecken.
Den nächsten sieht man fröhlich auf ihr tanzen.

Ganz früher war die Welt noch eine Scheibe.
Und wer zu weit ging, fiel von ihrem Rand.
Da war die Welt noch greifbar – doch beileibe:
Jetzt ist sie kugelrund und voller Tand.

Die Welt ist rund! Das ist nun mal beschlossen.
Man rutscht auf ihrem Buckel durch den Tag.
Und hat so sechs Milliarden Artgenossen,
Von denen man recht viele gar nicht mag.

Drum gibt es öfter Streit und solche Sachen.
Und Bomben und Kanonen und Gewehre.
Man darf sich gar nicht erst Gedanken machen,
Wie schön die Welt wohl ohne Zwietracht wäre.

Die Welt ist rund! Und komisch eingerichtet.
Wer sie begreift, der schreib‘ mir einen Brief.
Ich bin der erste nicht, der sie bedichtet
Und nicht der letzte, der sich drauf verlief.

Posted: August 22nd, 2008
Categories: Lyrik
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Ein wenig Theorie…

Geneigter Leser, die nächsten Zeilen sind – notwendigerweise, denn alles hat und braucht seine Gründe – durchaus theoretisch. Aus eben diesem Umstand heraus aber sind sie auch eien Art Beweis. Ein Beweis für die oft unsichtbar hinter der Lyrik pulsierende Welt mit ihren ganzen Regeln und Eigenheiten, die ursprünglich jeder Dichtung als sicheres Fundament diente und dienen sollte (was allerdings streitbar ist).

Der interessierte Blick streift also nun eine recht alte, in Frankreich erfundene Gedichtform: Das Triolett.
Es besteht aus acht Versen und beschränkt sich auf zwei Reimendungen (a b). Durch seine Kürze und die Reimendungen wirkt es, wie ich finde, immer recht grazil und leicht.
Einer inhaltlichen Überfrachtung wird durch ein strenges Reglement im Reimschema vorgebeugt: (a) (b) a (a) a b (a) (b) – Die in Klammern stehenden Verse sind komplett identisch, bzw. dürfen leicht variiert werden, zwingend aber müssen die eingeklammerten Verse das selbe Wort am Ende haben. Der erste Vers wiederholt sich also 3 Mal, daher auch der Name. Metrisch wurde der 4–hebige Jambus festgelegt.

Warum diese, bestimmt mehr verwirrende als genaue, Beschreibung?

Das Triolett soll die Gedichtform des nächsten Gedichtwettbewerbs auf blogfront.de sein!

Ein genauer Termin steht noch nicht fest und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ein Thema vorgegeben sein soll, aber die Form ist erstmal entschieden…

Zuvor aber, zum Anschauen und Einfinden, das wohl bekannteste deutsche Triolett:

***

Friedrich Hagedorn (1708-1754)

Der erste Mai

Der ér/ste
Tág im Mó/nat Mái (a)
ist mir der glücklichste von allen.
(b)
Dich sah ich und gestand dir frei, a
den ersten Tag im Monat Mai, (a)
dass dir mein Herz ergeben sei.
a
Hat mein Geständnis dir gefallen, b
so ist der erste Tag im Monat Mai (a)
für mich der glücklichste von allen.
(b)

***

Und anschließend ein etwas freier gestaltetes Triolett von mir:

***

Paul Laub

Überredet…

Der Tág ist úm. Man síeht die Són/ne sín/ken. (a)
Die Kneipen füllen sich… und manches Glas. (b)
Lass, Bruder, drum auch uns was Starkes trinken. a
Der Tag ist um. Die Nacht schreit: Rausch! Wir sinken (a)

Ins Lichtermeer – verklärtes Werbeblinken, a
Und ringsherum Musik und Tanz und Spaß. b
Der Tag ist um. Trink, dass wir froh versinken! (a)
Der Kneiper borgt und füllt uns manches Glas. (b)

***

(Man sieht durchaus den Unterschied zwischen den beiden Gedichten, aber auch die mögliche Freiheit in der vermeintlich strengen Starre.)

Den jeweils ersten Vers der beiden Triolette habe ich zur Veranschaulichung des jambischen Taktes in seine einzelnen Silben zerteilt (sofern das nötig war) und die betonten Silben gekennzeichnet (´)!
Die fett gedruckten und unterstrichenen Wörter und Satzteile sollen das Reimschema unterstreichen.

Soviel zur Theorie, den Rest muss man machen – bis mindestens Mitte September ist noch Zeit zum Experiment- und Prob-ieren!

PS:
F
älschlicherweise habe ich geschrieben, dass der 5 – hebige Jambus vorherrscht, das ist, wie ich herausfinden musste, so nicht richtig. Klassisch ist der 4-hebige Jambus!

Also, Auf!

Fragen, Einsendungen, Anregungen bitte an: paul(punkt)laub(ät)blogfront(punkt)de

Posted: August 21st, 2008
Categories: Lyrik
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Wenn man nur wüsste…

Ach, hätte man von Anfang an gewusst,
Wie sich‘s im Leben oft noch glücklich wendet,
Man hätt‘ an manchen Herzschmerz in der Brust
Nicht eine Stunde Lebenszeit verschwendet!

Nicht manche Nacht auf kalter Lagerstätte
Des einen, wahren, großen Glücks gedacht.
Man wär‘ auf Erden zwar gewesen, hätte
Die Zeit indes viel ruhiger rumgebracht.

So ist es leider in fast allen Sachen.
Was uns sehr wichtig ist, das macht uns Sorgen.
Man kann nicht schlafen, essen, tanzen, lachen,
Man weiß nie was genau… und harrt auf morgen.

Posted: August 19th, 2008
Categories: Lyrik
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Unsicher…

Der Europäer schaut, als wär er nicht ganz sicher,
Aufs blaue Fähnchen in der Hand.
Denn einerseits hört er globales Kindsgekicher,
Und andrerseits liebt er das Vaterland.

Posted: August 17th, 2008
Categories: Lyrik
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Sommernacht…

Wir gehen, Ha! heut‘ sicher nicht zur Beichte!
Zu schön die späte Jugend und das leichte,
Das Lotterleben ohne jeden Plan.

Gib mir die Hand, du schönes Weib, und sinke,
Versinke, edler, sommerlicher Wahn,
Gleich mir im Kuss, aus dem Absinth ich trinke.

Die Welt ist nur ein Tollhaus! Was wir sah’n
War kaum mehr als der Schweif des großen Pan.

Posted: August 14th, 2008
Categories: Lyrik
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Über die Kunst zu dichten…

Alle Dichtkunst kommt vom Können!
Wer nicht dafür auserkoren,
Braucht nicht in der Nas’ zu bohren,
Und schon gar nicht traurig flennen!
Manchmal muss erst ausgegoren
Werden, was wir Gabe nennen.
Also übe, denn ich weiß:
Mancher Meister ward’s durch Fleiß.

Posted: August 14th, 2008
Categories: Lyrik
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Heilung…

Bloß gut ich bin genesen,
Noch ehe du bemerkt hast, dass ich krank war.
Ich bin so dankbar,
Dass ich allein gewesen.

Bei dir um Hilfe anzufragen,
Das hieße die Gesundung weiter aufzuschieben.
Ich bin allein geblieben,
Ich könnt’ dein Nichtstun nicht ertragen.

Du schaust mich an,
Hast nicht begriffen was geschehen ist…
Ich bin ein Egoist -
Weil du so scheiße bist!

Posted: August 14th, 2008
Categories: Lyrik
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Neu…

DER DONNER(S)TAG

Man findet ihn rechts oben in der Sidebar.

Posted: August 12th, 2008
Categories: Intern
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Stadtbummel…

Glück Auf! Die Bücherhandlung hat
Die Lyrik nicht mehr im Programm.
Verkauft sich nicht. Die kleine Stadt
Bedingt den kleinen Kundenstamm.

Ich trotte vor mich hin und schau
In vollgestopfte Läden. Tand!
Der Unsinn mancht den Sinn zur Sau.
Ich spucke an die Rathauswand.

Im Schlüpferladen allerdings –
Da kauft man scheinbar gerne ein.
Dann kauft doch Schlüpfer! Schmückt euch rings
Des Arsches doch und tanzt daheim!

Verfickte Scheiße. Nichts zu lesen,
Doch jedes Aas hat Tangas an.
Wenn das was bringt, fress ich’n Besen! – -
Hat die nen Hintern! Mannomann!

Posted: August 11th, 2008
Categories: Lyrik
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Des Jünglings Bitte, nebst der Erfüllung selbiger…

„Lieber Gott, ich muss dich bitten,
Mach, dass meines Weibchens Titten
Bis ans Ende meiner Tage
Stets so schön, so straff, ich sage:
Straff! und niemals hängend sind!“
Gott sprach gnädig: „Gutes Kind,
Dieser Wunsch soll wirklich werden!“
Und ließ ihn mit dreißig sterben.

Posted: August 10th, 2008
Categories: Lyrik
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Post…

post-002.jpg

Stadtgedichte? In einem A5-Schlumperheft für 2,50 – das nenne ich einen Weg Lyrik unters Volk zu bringen! Ein Bisschen Untergrund, ein wenig Kultur, ein paar Lyriker und ganz viel Engagement – diese Hefte sind wie die Lyrik selbst: Ein Bündnis!

Erstanden habe ich sie auf einem der wenigen Lyrikblogs, die ich bei meiner tagtäglichen Suche gefunden habe UND die man getrost weiterempfehlen kann: Das Gedichtekarussell. Es dreht sich, soviel ich herausfinden konnte, seit Februar diesen Jahres und wird von einer Vereinigung mehrerer DichterInnen angeschoben. Ziel sei es, sowohl die Tradition der Lyrikzeitschriften erneut aufleben zu lassen, als auch verschiedene Lesungen im Raum Berlin zu veranstalten.

Eine erstklassige Idee, wie ich finde. Doch nun zurück gelehnt und in den Heften geschmökert.

Posted: August 5th, 2008
Categories: Lyrik
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Mittag am Stadtrand…

Was für ein Fang. Man freut sich ungeniert.
Der Thermotüte, die mit blauen Streifen
Im Einkaufsnetz das Grillgut separiert,
Entweicht der Duft gebratner Hühnerleichen.

Man setzt sich auf die Wiese mit dem Braten,
Indes am Horizont das goldne Korn
Mit kolossalen Ernteautomaten
Zerstückelt wird. Spätsommeraussicht vorn,

Und hinten Stadt und rechts ein Kinderlachen,
Hoch oben Wolken, links ein Fluss samt Kutter –
Der Sommer könnte nackig Handstand machen!:
Wenn’s Futter gibt, dann gibt es nun mal Futter!…

Da sinkt das bunte Rundherum ins Leere.
Die ganze Welt ist nur ein halbes Huhn!
Man isst sie auf und fühlt die schöne Schwere
Im Bauch – und muss ein Stündchen ruhn.

Posted: August 3rd, 2008
Categories: Lyrik
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Unsereins und die Welt…

Das Köpfchen schüttelt ihr entrüstet,
Noch ehe ihr etwas verstanden?
Ich kann’s verstehen, denn ihr müsstet
Betreten schweigen, wenn ihr wüsstet  –
Was wir schon fanden!

Posted: August 2nd, 2008
Categories: Lyrik
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