News for Mai 2008

Rush Hour…

Wir sitzen vorm Café, auf weichen Kissen,
Und schenken uns entnervte Blicke ein.
So wie wir sitzen, sitzen wir beschissen:
So saßen wir auch viel zu oft daheim.

Und rings um uns ist Stadt, und jemand schreit
Aus seinem Küchenfenster, dass er spränge.
Wir hörn ihn jedoch nicht, um diese Zeit
Ist auf den Straßen viel zu viel Gedränge.

Der feiste Ober bringt uns Radler und Kaffee.
Ich speise ihn mit fünf Cent Trinkgeld ab.
Du sagst zu mir: Mit uns, das ist passé!
Du bist ein Arsch, und bringst mich noch ins Grab!

Ich fühle mich so ungefähr wie der
Am Küchenfenster, aber Erdgeschoss!
Und schau den freien Vögeln hinterher.
Und wie ich schaue, weiß ich gar nicht mehr,
Wann ich vor dir all meinen Sinn verschloss.

Posted: Mai 29th, 2008
Categories: Lyrik
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Freestyle…

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Posted: Mai 28th, 2008
Categories: Videos
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Mit Verlaub, der Herr… ein guter Rat gefällig?…

Verschenkst du Amt und Länderein,
Dann musst du äußerst achtsam sein!
Denn noch der frechste Pferdeknecht
Legt größten Wert -und das mit Recht-
Darauf, dass er es zu was brächt’.

Doch wenn ein solcher ein Zuviel
An Macht bekäm, bei diesem Spiel:
Wird er am Ende ein Tyrann!
Weil er, als schlechter Untertan…
Auch mit der Macht schlecht umgehn kann.

Posted: Mai 27th, 2008
Categories: Lyrik
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50ccm…

Neulich erst, beim Mopedrennen,
Sah ich einen Fahrer flennen.
Weil er, als er frontside flippte,
Wie ein Pfeil ins Grüne schoss,
Da sein stolzes Zweitaktross
Ihn mit Schwung vom Sattel wippte.

Doch auch seine Teamkollegen
Wollten sich’s wohl richtig geben.
Fuhrn, als ob es Preise gäbe,
So man mit dem Maul voran
Blind zerfurcht den Grund der Bahn
Und sich dabei recht zerlege.

Einem Schlachtfest glich die Strecke,
Eingerichtet wohl zum Zwecke
Junge Menschen zu vernichten.
Staunend stand ich stumm am Rande,
Irr schien mir die ganze Bande.
Doch der Doktor wird’s schon richten.

Also auf zum Bierausschank,
Dieses Elend macht doch krank!
Ich stand auf, sucht’ meine Mannen
(Die sich mehr dafür ersprießen),
Um mit ihnen zu begießen
Diesen Tag aus vollen Kannen.

Als das zwölfe Bier sodann
Perlend in die Kehle rann,
Sprach ich: Ist euch lieb das Leben,
Dürft ihr nicht auf Mopeds steigen!
Tut, wie ich, Gedichte schreiben!
Darauf lasst noch einen heben!

Dies gesprochen und ich fiel
Schwer besoffen vom Gestühl. –
Auf die Trage unter Scherzen
Hievte man mich und ich raffte,
Dass am Kopf mir blutend klaffte
Eine Wunde, welche Schmerzen.

Dann fuhr man mich in die Klinik.
Mit vom Schmerz verzerrter Mimik
Sah ich noch die Mopednarren:
Wärn die nicht aufs Krad gestiegen,
Müssten sie nicht blutend liegen
Hier bei mir – im Krankenkarren.

Posted: Mai 26th, 2008
Categories: Lyrik
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An die Lügner…

In die Grube fahre nieder
Alles böse Lügenpack!
Brennen sollen ihre Glieder,
Packt der Teufel sie am Frack!!
Eine jede Lüge stehe
Für einhundert Strafen!!!
Lüge ist, wie ich das sehe,
Aller Unbill Hafen!!!!

Posted: Mai 22nd, 2008
Categories: Lyrik
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Hart am Schaum…

Ja, es gibt sie noch!:
Reißzwecken frühstückende Barfußkletterer, harte Burschen mit Zehen, stabil wie die Winterreifen eines Lada Niva. Hut ab, PéTong, ich hatte schon mit Schuhen arge Probleme.

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Posted: Mai 20th, 2008
Categories: Unterwegs
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Trinklied…

Der Morgen kriecht betrunken übers Dach.
Wir steigen ebenso den Gehweg lang,
Und singen müde – Ist das noch Gesang? –
Groteske Lieder, atonalen Krach.

Es wächst dem Horizont dort vor der Stadt
Bestimmt die Sonne aus dem Hinterteil
(Die Tauben flattern nämlich furchtbar geil!).
Wir schaun nicht hin, weil nichts Bedeutung hat.

Wohin?! – die Frage stelln wir jedes Mal!
Sind wir betrunken, oder auf der Flucht? —
Wie schmeckt sie süß, der Jugend pralle Frucht,
In Bars und Kellern und im Nachtlokal!

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Passend zum Kontext schreibt an anderer Stelle Kollege Ro-Bert folgende Zeilen.

Posted: Mai 15th, 2008
Categories: Lyrik
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Lyrik Salon…

Ein Hoffnungsschimmer am von aschgrauen Wolken verhangenen Lyrikhimmel:

Mein beschauliches Heimatstädtchen hat einen regelmäßig stattfindenden „Lyrik Salon“! Dass dieser gestern schon zum 9. Mal ausgerichtet wurde, ich allerdings zum ersten Mal dort gewesen bin, wirft einige Fragen an mich selber auf, aber das soll hier vorerst keine weitere Rolle spielen. Viel wichtiger ist doch, dass es ihn gibt.
(weiterlesen…)

Posted: Mai 14th, 2008
Categories: Veranstaltung
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Das Höhlengleichnis (frei nach Plato)…

Man kennt die Treppe, die nach draußen führt,
Der schlanken Stufen ungezählte Zahl,
Tief in der alten Höhle und man spürt:
Man muss ans Licht! Denn Dunkelheit ist Qual!

Und überall sind Schatten an den Wänden.
Gewirr von Stimmen zittert durch den Raum.
Man sieht die schweren Ketten an den Händen –
Doch fühlt sie nicht, beziehungsweise kaum.

Von Zeit zu Zeit möcht man nach hinten gucken,
Dorthin, wo alles seinen Ursprung hat.
Indes bliebs immer nur bei einem Zucken.
Man trägt die Furcht an seines Kopfes statt.

So sitzt man an sein Schicksal angeschmiedet
In Finsternissen oder Einsamkeiten,
Und wartet, ob sich nicht der Zeitpunkt bietet,
Erhobnen Hauptes raus ans Licht zu schreiten.

Posted: Mai 13th, 2008
Categories: Lyrik
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Ach so?…

Glücklich sein
Und glücklich machen,
Sind schon im Keim
Verschiedne Sachen!

Posted: Mai 11th, 2008
Categories: Lyrik
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Liederlich!…

heißt die neue, von Steffen Jacobs herausgegebene Anthologie – und ihr Name ist Programm!

Zum Morgetee stolperte ich über diesen Bericht auf welt online und auf dem (Um-) Weg zur Arbeit auch noch beim Buchhändler meines Vertrauens über das dort besprochene Buch. Der Rest war Reflex. Das war kein Zufall. Es sollte sein. Was für eine Schweinerei!

Und um den geneigten Leser auch meinen eigenen Beitrag zum Thema kund zu tun:

Der ach so schönen Leiber wegen
Wir uns auf den der Weiber legen!

Ein Schüttelreim. Jaja, einer für Jungs, ich geb es zu.

Posted: Mai 8th, 2008
Categories: Buch
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Bodo Wartke – Ja, Schatz!…

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Posted: Mai 8th, 2008
Categories: Musik
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Vielleicht…

Warum sich manche nicht entspannen, weiß kein Schwein!
Vielleicht liegt es ganz einfach nicht in deren Wesen.
Ich hab dazu zwar viele Theorien gelesen.
Doch mit der Psyche das, dass lass ich lieber sein!

Da kümmern sich genügend andre Leute drum.
Mit ihren Wissenschaften und dem ganzen Kram.
Patienten gibt’s genug, die halbe Welt geht lahm,
An dem was ganz natürlich ist – es ist zu dumm!

Vielleicht ist es ganz einfach nicht mehr zeitgemäß,
Dass man entspannt bleibt. Vielleicht ist Entartung
Die Konsequenz zur immer größeren Erwartung.

Vielleicht ist es ja gar kein Stock, der im Gesäß
Der unentspannten Leute steckt – es sind am Ende
Des Packs, das mir so auf den Sack geht, eigne Hände!!!

Posted: Mai 7th, 2008
Categories: Lyrik
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Rucksacklyrik…

Die Tage waren lang, voll schönster Lust.
Und rings um mich war Wald, ganz in Gesang
Von Baum und Fels und Tier, im Überschwang
War alles rings um mich; in meiner Brust
Das Herz war weit und sog in vollen Zügen
Der Landschaft grünen Odem in sich ein –
Da fielen von ihm Stadtgestank und -lügen
Und alles Ungebaren wie ein schwerer Stein.

Des Stundenzeigers leises Vorwärtsticken,
Ward von der Mutter – der Natur – gestellt,
Und jeder Takt erschloss mir eine Welt
Aus tausend Welten, tausend Augenblicken,
Die sich wie tausend Bäche in ein Meer
Aus stiller, hoffnungsvoller Kraft ergossen,
An dessen Ufern, die einst öd und leer,
Mit jeder Stunde schönre Blumen sprossen.

Die Tage waren lang, voll reinem Sinn.
Wenn ich zur Rast auf Moos und warmen Stein
Gelegen hatte und bei Sonnenschein
Mit müden Füßen sanft entschlummert bin,
Dann war mir so, als gäbe es nichts weiter,
Als wär das alles, was ich wirklich brauch,
Als wär die Freiheit bald mein Wegbereiter,
Bald Grund und Boden, bald mein Lebenshauch.

Und in die Täler, die ich froh durchquerte,
Drang Licht durchs Blattwerk bis in die Gedanken:
Ein Flimmerspiel, ein schaudernd-sanftes Wanken,
Ein Ahnen des Momentes, der mich lehrte,
Dass ich dies Urgefühl zuletzt als Kind
Genossen haben musste – dass ein Scheinen
Des blauen Himmels oder auch der Wind
Das ganze Glück der Welt in sich vereinen.

Posted: Mai 6th, 2008
Categories: Lyrik
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