News for April 2008

Klettern…

Es war Wochenende und ich musste zu Hause bleiben. Ich saß in meinem Appartement – einem kleinen, dafür aber teuren Zimmer mitten in der Stadt – und meine Gute-Laune-Kurve fiel stetig und umgekehrt proportional zum immer besser werdenden Wetter dem Nullpunkt entgegen.
Aber ich hatte vorgesorgt, kannte ich doch diesen grausamen Schmerz der erzwungenen Untätigkeit. Mehrere im südlichen Nachbarstaat gebraute Pilsener standen bereit, zwei Pizzen fröstelten einsam in der sonst gähnenden Leere des Tiefkühlfachs und über die Anlage presste mir Dj Shadow mit seinen wuchtigen Beats die Einsamkeit aus dem Schädel.

Doch trotz allem, der faustische Grund allen Übels blieb! (weiterlesen…)

Losgerissen…

Im Meer der Möglichkeiten treibt ein Nachen.
Ganz klein, ganz Spiel von Strömungen und Wellen,
Die auf und nieder, hin und wider schnellen,
Treibt ohne Ziel, seit ihm die Ruder brachen.

Vom Anker riss, mit hartem Wellengang,
Ein Sturm es los – kein Land seitdem in Sicht.
Um die zerfetzten Segel schäumt die Gicht.
Und rings ist nichts als wilder Wasserklang,…

Der sprudelnd brüllt: Wann willst du sinken?
So mancher wracke Nachen vor dir trotze
Dem grimmen Schicksal, das schon aus ihm glotzte,

Als es noch unter frohem Sternenblinken
In seinem sichren Hafen lag – und doch:
Es sank! So sink auch du! Was willst du noch?

Posted: April 29th, 2008
Categories: Lyrik
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Heil!ung…

Der Deutschen schlimmstes Wort: „Sieg Heil!“
Brennt in uns wie ein giftger Pfeil.
Drum lasst die Wunde schließ- und letztlich
Vom Gift uns säubern, antiseptisch,
Und – so genesen – lauthals schrein:
„Wer heil ist, braucht nicht siegreich sein!“

Posted: April 29th, 2008
Categories: Lyrik
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Stadtrandbankausblicke…

Starkstrommasten stechen in den Himmel,
Schweigend schaun sie übers weite Land.
Durch die Luft weht Mittagskirchgebimmel.
Eine Spinne hängt am seidnen Band.

Die Natur hat Grünspan angesetzt.
Totgesägte Bäume bilden Schneisen.
Autos kommen darin angehetzt.
Drüber fliegen, singend, kleine Meisen.

Zellstoff fliegt umher und tut natürlich.
Ist der Tag nicht wirklich ein Gedicht?
Eine Wolke schiebt sich ungebührlich
Vor der Sonne strahlendes Gesicht.

Knospen, die – vom frischen Wind erschreckt –
Von der Jugend allen Lebens künden,
Sprießen allerorten und versteckt
Kichert Hoffnung aus den dunklen Gründen.

Posted: April 28th, 2008
Categories: Lyrik
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Ja!…

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Ronny Trettmann… rult! Und falls ihr den Link nutzt:

Macht einfach laut!

Posted: April 26th, 2008
Categories: Musik
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Beobachtung…

Mein erster Eindruck war ganz einfach: Bein!…
Sie schienen ihr fast bis zum Hals zu reichen.
Und auch der Rest an ihr war gar nicht klein.
Kurzum: Ein schön gewachsnes Weibchen sonder Gleichen!

Der Kerl an ihrer Seite war dagegen
Ein abgebrochner Zwerg. Indes er stank
Nach reichlich Geld – und Geld macht überlegen,
Und einen gut gefüllten Kühl- und Wäscheschrank.

Er also, wohlgenährt in edlem Wams,
Musst, wollt er küssen (und das wollt er oft)
Auf Zehenspitzen stehen… ihm gelangs!
Wie einer Ballerina, die auf Preise hofft:

Der kleine Wanst! Gedrungen wie das Bündel
Des Geldes, das ihm seine Hose füllt,
Tanzt er ums viel zu groß geratne Mündel:
Das Küsse haucht und lacht und sich in Schönheit hüllt.

Posted: April 26th, 2008
Categories: Lyrik
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Begrüßungsworte zur 444. Geburtstagsfeier…

Aus Eurer Feder flossen Liebeslieder,
Von schönsten Bilden nur so angefüllt,
Wie Becher schweren Weines und enthüllt
Habt Ihr manch scheues Herz aus seinem Mieder.
So mancher Sehnsucht brach eins Eurer Worte
Schlussendlich Bahn, so viele Leiber wanden,
Ob Eurer Weisen, sich in Liebesbanden.
So mancher Kuss ward schon an manchem Orte
Geküsst dank Euch und ungezählte Stunden
Voll Wirrnis, ungewisser Raserei,
Voll erster Hoffnung, dass es Liebe sei…
Mit Euren Zeilen glücklich überwunden!

Gesenkten Blickes also bitte ich:
Sir William Shakespeare an den Festtagstisch!

Posted: April 23rd, 2008
Categories: Lyrik
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Ein Wort nur…

Nichtwahr, man könnte tausend Worte sagen,
Und hätt das Beste immer noch verschwiegen!
Doch dann, beim Einsamindenfedernliegen,
Dann kann man, was man nicht sagt, kaum ertragen.

Man beißt sich in die Faust bei dem Gedanken,
Dass alle Worte nur ein Drumherum-
Geschwafel sind, und man verflucht sich stumm –
Und wirft sich hin und her gleich eines Kranken.

Dabei reicht manchmal schon ein kleines Wort!
Ein Wort! Und alles ist gesagt und klar!
Ein solches Wort wär manchmal wunderbar…
Ich fand es nie! Drum red ich immerfort!

Posted: April 23rd, 2008
Categories: Lyrik
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Selbstgespräch am Tresen…

Mit der Liebe ist das manchmal so
Eine Sache, und man weiß nicht recht,
Ob man lieber nicht mehr weiterzecht,
Vielleicht doch das Fräulein Sowieso -
Das man recht geschwind zum Liegen brächt -
Einfach mal auf einem Kneipenklo…
Nein! man wär bestimmt nicht lange froh!
Alles rächt sich -  quid pro quo.
Und Gewissensbisse schmecken schlecht.

Doch man kann sich dem Gedanken nicht
Ganz entziehen und so säuft man weiter.
Und man lächelt selig, äugelt heiter
In ein Dekollete und wenn man spricht,
Ist es schon, als wäre man befreiter:
Frei von Herd und Heim und all der Pflicht,
Frei wie einer dieser Westernreiter,
Oder wie Quijotes Wegbegleiter – …
Ach du Schande bin ich dicht!!!

Posted: April 22nd, 2008
Categories: Lyrik
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SunDiesel…(Achtung, Daktylus!)

Frau Merkel war gestern bei Choren zur Feier.
(Sie wollte sich nur informieren!):
„Zum Tanze […] ein Mädel mit güldenem [Schleier],
[Den] schlang sie den Burschen ganz fest um die [*huch!*][…]” –
Ich meinte: Man sah sie poussieren…

Mit Größen von Daimler, VauWe und so weiter.
Die Kanzlerin ist nie allein!
Geladen beim hiesigen Kraftstoffbereiter,
Erweist sich Herr Milbradt als treuer Begleiter,
Sie schenkt ihm ein Becherchen ein…

Vom Diesel der Zukunft. Die Sonne im Tank!
Die Hälfte gehört den Konzernen.
Die andere Hälfte vermutlich der Bank -
Da sagen wir: “Deutschland! Recht herzlichen Dank!”…
Schon gut!… ich werds schon noch lernen.

Anlass zu diesem Gedicht ist der gestrige Besuch Frau Merkels bei der Freiberger Firma Choren Industries, welche am 17.04.08 die weltweit erste Großanlage zur Bereitung synthetischen Bio-Kraftstoffs vorstellte.

Posted: April 18th, 2008
Categories: Lyrik
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Moll?…

Ein Stückchen Lied: die Melodie vielleicht,
Vielleicht ein allzu kurzes Textfragment?
O Liebe, deiner Größe – unerreicht -
Dient‘ schon so manches schöne Instrument!

Äolisch deiner Stimme holder Klang.
Der Siebenton und mein verirrter Blick
Verweben sich im dunklen Minnesang
Von Eitelkeit und hehrem Missgeschick.

Die Harmonie, die Dominante gießt
Vergnüglich mir Dionysos ins Hirn:
Bis rings um mich die ganze Welt zerfließt!…
Und tausend Falter klappern in der Stirn.

Posted: April 18th, 2008
Categories: Lyrik
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Und wieder ist es Nacht…

… oh ja, das hatten wir, das hatten wir doch schon!
Zwei Bier und eine ganze Welt und jene unbestimmte Einsamkeit.
Nicht die, nicht die! Neinnein… nicht diese Einsamkeit – die andere, jene Ichsuchwasdasesnichtgibteinsamkeit.
Ich suche mal wieder Lyrik – und finde entstellte Chiffren ohne Melodie, deren Inhalt sich mir, wenn überhaupt, nur durch die intensive Beschäftigung mit jener Persönlichkeit, die diesen Scheiß verbockt hat offenbaren könnte: Indes will ich, verfickt nochmal, nicht heiraten, sondern ein (möglichst, aber nicht zwingend) gereimtes Gedicht lesen!
Doch ich lese Sätze, die an günstigen Stellen be- und zerschnitten wurden, ich lese wüste Aneinanderreihungen, klanglosen Durchfall, ich lese mich durch die Hölle und mir wird nicht einmal heiß dabei – FACK!
Ah! Der Kritiker spricht? – oh nein! Oh nein… hier spricht das Fundament meiner Einstellung, meiner Überzeugung, denn ich verachte alles was jedwedem Hand- und Regelwerk entbehrt. Ich verachte das Zeitgemäße wie ich diese Zeit selbst verachte…

Wer nicht verstanden werden will,
Der soll das schlimme Schandmaul halten!
Es wär die Welt so herrlich still,
Gäb es euch nicht, euch Ungestalten.

Ihr sprecht und was ihr sprecht ist nichts,
Nichts was ein Fremder je verstünde!
Ihr seid die Höhle sonder Lichts,
Ihr seid der Dichtung Blindheit Gründe!!!

Posted: April 17th, 2008
Categories: Poesie
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Rast…

Die große Stille! – Ab und an ein Zug.
Die Höhe macht den Magen etwas flau.
Am Himmel eines schwarzen Vogels Flug,
Und von der Aussicht winkt uns eine dicke Frau.

Ansonsten Sandstein, Täler, alte Bäume.
Ein weißer Plastikstuhl liegt im Gebüsch.
Und überall verwaschne Zwischenräume –
Hier sitzt die Zeit zum Festtagsschmaus am Mittagstisch.

Das Wetter will sich ändern, es gibt Cirren.
Ein Wespennest erwacht im Frühlingswind.
An jeder Ecke hört mans summen, schwirren:
Denn Frau Natur kriegt heut ihr quadrilliardstes Kind.

Der Blick ist weit, und die Gedanken auch.
Wer hier nichts lernt, der lernt es nirgendwo!
Das Wohlbefinden ist hier strenger Brauch –
Das muss man respektieren, und man tut es froh!

Ein Fährschiff macht dem Dampfer freundlich Platz.
Wie angeklebt hängt dort am Berg ein Haus.
Ich klopf die Brötchenkrümel mir vom Latz:
„So viel der Schönheit hält doch wirklich kein Schwein aus!“

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Posted: April 15th, 2008
Categories: Lyrik
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Kantinenesoterik…

Wieder erreichte mich die Bitte  des haltlosen Bruders Ro-Bert einen Gastbeitrag beisteuern zu können, welche ich freilich ohne zu zögern erfülle. Es handelt sich um sein Sonett zum schon  recht lange zurückliegenden “Kantinensonettwettstreit”, der seinerzeit ob der gleichbleibenden schlechten Qualität gewisser Nahrungsmittel in gewissen Einrichtungen ins Leben gerufen wurde. Der Gastbeitrag Ro-Berts steht also und übrigens im gleichen Zusammenhang wie” Gesegnete Mahlzeit!” in diesem Blog.

Wohlan! Notwendige Erklärungen entnehmt ihr bitte hier!

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Kantinenesoterik

Im Sumpfe Djehennas / sitzt du dem Hiob gleich
und leidest da du nicht / gedient hast Frey mit Würde
drum ruhet Siwa sanft / du fühlest diese Bürde
gefangen hier im Trog / des Koches wütend Reich

Aus Neptuns tiefem Teich / wird täglich neu verbrannt
ein glühend heißes Sein / noch wärmer als die Sonne
von dem der Chefkoch glaubt / es sei die größte Wonne
vom Öle schwer entweiht / wird‘s Seelachs hier genannt

Vergessen alle Kunst / nur Streben nach den Reben
an Orten dieser Art / wo Loki ist am Leben
und man dem Mammon dient / weil man dem Fleisch vertraut

Dem Baal hat man zum Heil / dies Atrium erbaut
und alter Götter Gunst / spürst du auf deiner Haut
und der Kantinendunst / lässt mystisch dich erbeben

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Posted: April 15th, 2008
Categories: Gastbeitrag
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Suff…

Das Licht der Kerze ist schon längst erloschen.
Die Flasche Scotch liegt leer auf meinem Tisch.
Die Szenerie ist mehr als abgedroschen –
Doch lässt sie Raum! Man sitzt, und denkt an sich.

Die Nacht zerrt derweil ihren Lampenwagen
(Den Mond, verdammt nochmal!)von Dach zu Dach.
Man tut, als habe man etwas zu sagen
Und denkt, als echter Dichter, lange nach.

Besoffen in den Einsamkeiten wühlen:
Die Reflexion im Zerrbildspiegelraum.
Den Beigeschmack kann man hinunterspülen,
So vieles, vieles andre jedoch kaum.

Posted: April 13th, 2008
Categories: Lyrik
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Überlegung…

Ich will nicht unter Trauerweiden
Mit einem Mädchen laufen!
Ich will auf hohe Berge steigen
Und schwere Weine saufen!

Ich mag es feierlich und wild,
Ein Plätzchen an der Sonne!
Wo mir das Herz zum Halse quillt,
Dort fühl ich Lust und Wonne.

Ich liebe ganz! Ich lieb das Leben!
Ich nehm mit beiden Händen:
Doch was ich will, kann niemand geben –
So wird es einsam enden.

Posted: April 10th, 2008
Categories: Lyrik
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Prak-Tisch…

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Kleine Räumlichkeiten erfordern konkrete Lösungen. Die allerdings gibt es nicht zu kaufen!

Macht aber nichts…

Posted: April 9th, 2008
Categories: Projekt
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Fender Bender…

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Posted: April 9th, 2008
Categories: Musik
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Müde….

Der enge Raum in Sichtbetonromantik,
Regale, vollgepresst mit buntem Tand.
Ein Tisch, ein Stuhl, ein Rechner: die Semantik
Klebt wie ein Kotzfleck an der weißen Wand.

Die ewig leise Zuluftzärtlichkeit:
Klimatisierter Standard. Feuertüren.
Und von der Decke tropft die Müdigkeit
In meinen Kopf, mit dicken, tauben Schlieren.

Gekrakel, Zahlen, stapelweise Schimmel.
Die Lampe taucht das Leben wie in Leim.
Im Hirn dies Brummen, und kein Stückchen Himmel:
In dreizehn Stunden kann ich endlich heim.

Posted: April 8th, 2008
Categories: Lyrik
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Über die Liebe…

Sucht euch was raus! Obwohl, es gibt ja gar nichts zu finden – aber das ist wieder ein anderes Gedicht.

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Wie schön ist doch die Welt seit sie sich lieben:
Voll Sonnenschein und bunten Blumenwiesen,
Ein Ort an dem des Schicksals Blüten sprießen,
Wo sie vereint in sanftem Schlummer liegen.

Und bald darauf hinauf zum Himmel fliegen,
Den Vögeln gleich der Freiheit Glück genießen,
Entrückt-entzückt in Zeit und Raum zerfließen,
Um ganz aus sich im Andren sich zu wiegen…

Gemeinsam fort, zu neuen , höhren Siegen,
Zusammen froh den neuen Tag begrüßen
Und Dinge tun, die sonst nur Wünsche hießen,

Das nenn ich Einklang, nenn ich wahres Lieben,
Zu Welt und Glück und Schicksal sich entschließen.
Den Liebenden liegt diese Welt zu Füßen.

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Was ist den noch dies funkelnd-sternenhelle Bangen,
Das vielbesungne Hohelied vom großen Glück?
Ein gut geführter Streich, ein frecher Tändelblick,
Ein eitler Trieb und viehisch-niederes Verlangen!

Der alte Wahn -nichts mehr als heiß versprützter Samen-
Vergeht als geiler Schrei, der nass im Mondlicht klingt.
Und wie das Glück bald gleich verklebter Laken stinkt,
Erlischt die Glut im Leib, was bleibt sind nur die Namen.

Ich liebe Dich! – Wie oft quolls schon aus vollem Munde?
O besser wärs, es würde mit hinabgewürgt!
So ruf ich also in die jäh entmenschte Runde:

Zur Hölle das! Dies ekle Jammerspiel der Triebe!
Für was uns heut das höchste der Gefühle bürgt
Ist nichts als bloßer Zweck! Zum Mittel ward die Liebe!

Posted: April 6th, 2008
Categories: Lyrik
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Gesegnete Mahlzeit…

Ein stiller Born aus Hass bricht laut sich Bahn bei Tisch.
Wie viele teure Zeit verschwendet man doch oft!
Fürs Warten – stundenlang – auf eklen Fraß, man hofft
Auf faden Tee und Brot und hartgebacknen Fisch.

Seht! Aller Güte bar, stets langsam, stets blasiert,
Der graue Schicksalskoch schlägt ewig Stund um Stund
Zerstoßnes Einerlei aus kalter Tröge Schlund
Auf stumpfe Teller hart, in Hände, halb vertiert.

In dieser Unbill gilbt des Gesterns frohes Sein!
Welch herrlich Zeiten warns, der frühen Tage Glanz.
Ein Odeum aus Fleisch, aus Speise, Wein und Tanz!

Doch jetzt? Ists Elend nur, O grauser Widerschein!
Ist allzeit alle Tat nur bloßes Muss ohn Freud;
Und ohn Gewühl im Blut… ein Jammertal aus Leid.

Posted: April 4th, 2008
Categories: Lyrik
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Grübeleien eines Wetterfühligen…

Heut ist mir irgendwie so gar nicht gut.
Wenn ich nach draußen sehe, könnt ich brechen.
Der Regen blaatscht*, als habe er die Wut…
Die ganze Welt besteht aus nassen Flächen.

Ich wollte/müsste einen Couchtisch bauen.
Doch habe ich den halben Tag verrafft,
Mit drögem Ohne-sinn-ins-leere-schauen.
(Ja, jener Blick, der in sich selber gafft!)

Dies ist ein Tag zum Einfach-liegen-bleiben.
(Am besten angelehnt an ein, zwei Brüste.)
Und hinterher könnt man noch Unfug treiben,
Wenn ich nur irgendwelchen Unfug wüsste.

Da hat man frei und kann nicht raus zum spielen.
Im Internet gibts nur noch scheiß Kommerz!
Die Welt ist eine für die Viel-zu-vielen!
Und ich häng mittendrin – fast wie zum Scherz…

Das geht so nicht! Wer soll da fröhlich bleiben?
„Der Rote Knopf“ klingt wahr und äußerst echt!
Ich hab die Schnauze voll! Und an den Scheiben
Tun Regentopfen so, als wärs gerecht.

Das Grübeln schlägt mir auf den leeren Bauch!
Ich fahr jetzt los und kaufe ein paar Bretter
Und ein paar Bier und was zu essen auch.
Sie kann mich mal, die Welt mit ihrem Wetter.

*blaatschen: mundsprachlich für schütten, gießen
Gestern zum ersten Mal gehört, schön gelacht!

Posted: April 3rd, 2008
Categories: Lyrik
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re:publica….

Dank der ohne Rast in jeder erdenklichen Sphäre des Mediums BLOG herumwuselnden Weibchen von AF, wurde mir dieser Link zuteil, der es mir ermöglicht, an meinem heutigen freien Tag, trotz gut 250 km Entfernung, mein von Vorurteilen zerfressenes Wesen an der re:publika teilnehmen zu lassen.

Dass der erste Panel von der kommerziellen Verwendung des Blogs handelte und die Möglichkeiten und einzelnen Erfolgsaussichten auseinandernahm, war, zugegeben, etwas unglücklich… doch nicht so streng, Dicker! Da muss doch noch was andres sein… irgendwo da draußen muss doch die Sonne scheinen.

Posted: April 3rd, 2008
Categories: Netz
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Seht…

Seht, ihr Ruderer, ihr Plätscher-Paddler und Geister-Fischer!
Schon flimmert der heilige Boden dort am Horizont! Und die Raubmöwen scheißen die verdauten Reste der Gedanken, die gestern als unerwünschter Beifang über Bord geworfen worden zurück auf den klapprigen Kahn, der sich Geist schimpft und ausfuhr, um mit kleinstmaschigem Netz im Ozean des Lebens ein paar Ideen zu fangen.
Also passt auf, dass euch eure gestrigen Gedanken nicht die Wäsche beschmutzen! Und rudert, verdammt, rudert zum Wohle der Menschheit!

Posted: April 3rd, 2008
Categories: Poesie
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Sichtweisen…

Sich’ren Schrittes geht mein Fuß…
Bergauf, bergab.
Und mancher schaut zu mir zum Gruß…
Hinauf, hinab.

Posted: April 1st, 2008
Categories: Lyrik
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